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Helge Döhring
Fragmente zum Reichsarchiv der
FAUD
Inzwischen
fragen sich Generationen von Interessierten, wo das Reichsarchiv der Freien
Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) sich befindet. Dieses wurde auf dem 18.
FAUD-Reichskongress im Jahre 1930 offiziell eingerichtet. Darüber, weshalb
das Archiv aufgebaut wurde, was dort gesammelt werden sollte, wer es
betreute, und wem es auf welche Weise zur Verfügung stehen sollte, geben die
hier dokumentierten Textauszüge Auskunft. Trotz der Tatsache, dass die
FAUD-Ortsvereine dazu verpflichtet wurden, Archivalien einzuschicken, war
die Beteiligung doch eher schwach. Das lag jedoch nicht speziell am Archiv.
Es mangelte genauso an Beitragszahlungen und selbst wichtige interne
Fragebögen wurden von etwa der Hälfte der FAUD-Ortsvereinigungen nicht an
die Geschäftskommission der FAUD zurückgeschickt. Stets gab es einen festen
Mitgliederstamm, um welchen sich vakante Mitgliedschaften gruppierten,
beispielsweise Beitragssäumige oder auch neue Gruppen. Das Reichsarchiv
dürfte nur vereinzelt beschickt worden sein.
Regional wurde es in der Bewegung kaum thematisiert, die Beschickung wurde
offenbar so nebenbei getätigt. Dennoch: für so manche Regionalforschung
wären die damaligen Materialien umso mehr von Bedeutung, je kleiner die zu
untersuchenden Gruppen sind, da es hier oft nur Bruchstücke von
Überlieferungen gibt. Wahrscheinlich sind die meisten Materialien aus
Leipzig, Berlin und aus dem Rheinland geschickt worden wegen der
geographischen Nähe zum Archiv und ihrer generellen Rolle als tragende und
zuverlässige Kerngruppen der Organisation. Die Organisation zählte im Jahre
1930 keine 10.000 Mitglieder mehr, 1932 keine 5.000.
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Besprechung
„Mit 20 Jahren ist man zwangsläufig Poet,
außer man ist schon tot geboren worden“
Besprechung: Abel Paz: Im Nebel der Niederlage
Beim Verlag
Edition AV ist jüngst der dritte Teil der Biographie des Spanienkämpfers
Abel Paz erschienen. Offen kämpfte das spanische Proletariat gegen die
Faschisten, denn es erhob sich würdevoll und ließ sich nicht beschwichtigen
gegen diesen Todfeind. Daraus entstand das beeindruckendste Kapitel der
bekannten Menschheitsgeschichte: Die spanische Revolution von 1936. Der
Autor Abel Paz nahm als Jugendlicher in Barcelona an ihr teil und erzählte
in seinen ersten beiden Bänden vor den anschaulich dargestellten
Hintergründen sein Wirken in dieser Zeit.
Flucht
Anfang 1939 mußten die Kämpfer jedoch ihre
Sachen packen, und vor den vorrückenden Faschisten weichen, wollten sie
nicht gleich in den Untergrund gehen oder sich ihnen ausliefern. So strömten
hunderttausende Spanier an die französische Grenze. Dort erwartete sie
zumeist die Internierung in Lager unter menschenunwürdigen Bedingungen,
Nahrungsmangel, desolaten hygienischen Verhältnissen und mangelnden
Perspektiven. Kaum jemand hatte ein Interesse an ihnen, den einzigen, die
gegen den Faschismus in Europa wirklich aufgestanden sind und gekämpft
hatten! Abel Paz landete nicht sofort in einem Internierungslager, sondern
versuchte, sich zusammen mit Freunden in Frankreich anderweitig
durchzuschlagen, von Ort zu Ort mit je unterschiedlichen Bedingungen, jedoch
nur kurzen Aufenthalten. Dann ging es weiter zum nächsten Unterschlupf.
Wurde er von der französischen Polizei gefangen, gelang ihm die Flucht.
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Barrikade zwo - November 2009 - Inhalt:
Bezug über Syndikat-A, Moers --
www.syndikat-a.de ; syndikat-a[at]fau.org
36 Seiten A 4 -- empf. VK-Preis: 3,- €uro
Der 9. November -- ein deutsches Datum
Interview mit dem ICEA -- Spanien -- Institut Wirtschaftswissenschaften und
Selbstverwaltung (CNT-AIT nahe)
Schwerpunkt:
Die unüberbrückbare Kluft - »Lakaien der Konterrevolution«
Die ideologische Auseinandersetzung zwischen der FAUD und der AAUD 1921
Artikel aus dem Syndikalist und dem Kampfruf, Berichte der Politischen
Polizei
Die IWW und die Allgemeine Arbeiter-Union -- Eine notwendige Klarstellung --
Paul Mattick (1928)
Eine Auseinandersetzung zwischen IWW und AAU
Der Konterrevolutionär StD. Dr. Joachim Paschen - »Frieden, Freiheit, Brot!«
Eine politisch-historische Auseinanderswrtung mit dem Historiker um sein
rechtsextremen Positionen huldigendem Buch zur Hamburger Revolution 1918/19
Rezensionen:
Richard Müller -- Der Mann hinter der Novemberrevolution
Mit geballter Faust in der Tasche -- Eine schwedische Klassenreise, die
Auseinandersetzung zwischen Arbeiterklasse-Aktivist/innen und der Mumin-Linken |
Besprechung
Fundierter - Stabiler - Barrikade
Nr. 2!
Das bringt
die neue „Barrikade“, die „Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus
und revolutionären Syndikalismus“ aus Hamburg in ihrer Ausgabe vom November
2009:
Was ist
konkret machbar auf dem ökonomischen Sektor? Wie kann ein Umwandlungsprozeß
der Wirtschaft durch die anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften vor sich
gehen. Zur Beantwortung dieser Fragen gibt es in Spanien das „Institut für
Wirtschafts- und Selbstverwaltungswissenschaften“, welches eng mit den
anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften des Landes zusammenarbeitet, um
Strategien eines selbstverwalteten Transformationsprozesses zu entwickeln. In
der „Barrikade“ werden mit einem ausführlichen Interview diese Ideen
vorgestellt. Sehr lesenswert! Mehr findet sich auf: http://www.iceautogestion.org
Passend zum
November findet sich ein Überblick über die Jahrestage am 09. November von
1848 bis 1989. Tiefer gehend ist die zentrale Auseinandersetzung um
Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen Unionismus und Syndikalismus. Hierzu
werden anhand von Originaldokumenten sehr treffend und in exquisiter Auswahl
zentrale Texte beider Richtungen der freiheitlich-emanzipatorischen
Arbeiterbewegung nebst damaliger Polizeieinschätzung dargelegt. Dies ist ein
sehr wichtiger und bisher kaum geleisteter Beitrag zur Ausdifferenzierung
dieser allgemeinen radikaleren Bewegung für die ersten Jahre nach 1918.
Ausführlich, aber nicht langatmig angelegt, kann sich der Betrachter hier eine
Meinung bilden und gut abwägen: In diesem sehr pluralistischen Beitrag zur
gewerkschaftspolitischen Bildung mit Originalbeiträgen u.a. von Carl Haffner,
Karl Roche, Rudolf Rocker, der „Kommunistischen Arbeiterzeitung“ (KAZ), der
„Roten Fahne“, dem „Kampfruf“ und der Politischen Polizei!
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Martin Veith
Georg Glaser, ein vergessener Genosse und sein Buch
„Geheimnis und Gewalt“
Bücher und Berichte über die Zeiten der Weimarer
Republik gibt es viele. Besonders aus der Sicht der Herrschenden oder der
Mittelschicht, die diese als „die goldenen Zwanziger Jahre“ verfälschend
schönschreiben. Auch von proletarischer Seite gibt es einiges an Berichten
über diese Zeit, oftmals mit lokalen oder regionalen Schwerpunkten. Doch
haftet diesen Veröffentlichungen genauso oft der Beigeschmack
sozialdemokratischer oder kommunistischer „Parteiwahrheiten“ an.
Ganz anders, und mit nichts mir Bekanntem zu
vergleichen, ist hier das Buch von Georg Glaser „Geheimnis und Gewalt“.
Anders als bürgerliche Darstellungen, in denen
die Arbeiterklasse nur als „Objekt“ vorkommt, als stumpfe Manövriermasse
ohne Gesicht, sowie den sozialdemokratischen und kommunistischen
Darstellungen, in denen der Klasse oftmals nur positive Eigenschaften
zugeschrieben werden, sie nahezu ausschließlich als „Kollektiv“ auftritt und
die einzelnen Menschen in ihm „versteckt“, zeigt Georg Glaser auf, wie es
mit ziemlicher Sicherheit wirklich war. Um es vorwegzusagen: Als ich Georg
Glaser „entdeckte“ war es, wie auf eine Offenbarung gestoßen zu sein.
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Hans Jürgen Degen
"Die Wiederkehr der Anarchisten"
Anarchistische Versuche 1945-1970
Im gesamtgesellschaftlichen politischen Rahmen,
in seiner politischen Wirksamkeit war der Anarchismus in Deutschland nach
1945 marginal. Dennoch hat er unzweifelhaft Denkanstösse und Impulse für
vielfältige politische Diskussionen abgegeben. Offengelegt wurde dies von
verschiedenen Autoren (s. z.B. Kapitel III.: Anar-chismus-Rezeption) und
Forschern (siehe z.B. Kapitel II.: Einleitung); nicht zuletzt auch von
Publizisten (siehe z.B. Kapitel VI.: Arnold Künzli). Auch Hans-Joachim
Bloch, Direktor beim BRD-Verfassungsschutz, notabene kein Sympathisant des
Anarchismus, entdeckte (zwar eingeschränkt) 1989 Positives im Anarchismus:
„Der Anarchismus hat schon frühzeitig Kritik an den Gefahren der modernen
Zivilisation geübt – und damit einen gewissen Realitätssinn bewiesen. Um so
unver-ständlicher ist sein grenzenloser, gefährlicher Optimismus
hinsichtlich der Anarchie: Ist einmal der Staat beseitigt, dann wird sich
alles zum Guten wenden!“
ISBN 978-3-86841-015-0
523 Seiten
24,50 € |
Besprechung
Oasen in der Wüste?
Nach dem Buch über die Föderation Freiheitlicher
Sozialisten im Jahre 2002 brachte Hans Jürgen Degen nun ein zweites Buch über
die freiheitlich-emanzipatorische Bewegung in Deutschland der Jahre von 1945
bis 1970 heraus mit dem Titel „Die Wiederkehr der Anarchisten“. Anarchistische
Versuche 1945-1970. Wie der Titel schon sagt, hat das Buch mit Syndikalismus
im Allgemeinen nicht viel zu tun, stattdessen finden sich eine Menge
Anarchogruppen und Protagonisten, auf die ich hier nicht näher eingehen
möchte. Für Syndikalisten sind interessant die biographischen Skizzen und
Versatzstücke derjenigen, die vor und nach 1945 der syndikalistischen Bewegung
angehörten, ob als Syndikalisten oder eher als Anarchisten, und auch in diesen
anarchistischen Kreisen nach 1945 mitwirkten. Dazu zählen Hans Weigl aus
München, Georg Hepp aus Frankfurt, Curt Moeller aus Aachen, Willi Paul aus
Kassel, Hermann Ritter, Helmut Rüdiger, Rudolf Rocker, Augustin Souchy (mit
eigenem Kapitel) und, was kaum bekannt ist: Friedrich Harjes aus Worpswede,
welcher Anfang der 1920er Jahre Gründungsmitglied der dortigen FAUD war; eine
der wenigen landwirtschaftlich orientierten Gruppen in dieser
anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft. Besonders interessant sind die Kapitel
zum „Bund freier Sozialisten und Anarchisten“ und dem Organ „Neues
Beginnen“/“Zeitgeist“, das Kapitel zu Erich Gerlach, einem langjährigen
niedersächsischen MdL (SPD), der dem Syndikalismus sehr nahe stand und eines
zu Augustin Souchy.
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Früher Abschied - in memoriam Horst Stowasser
Am 7. September 2009 wurde in Neustadt an der
Weinstrasse unter Anteilnahme zahlreicher Freunde, Genossen und Weggefährten
Horst Stowasser bestattet. Für viele ist es immer noch unfassbar, dass der
Tod so plötzlich einen der bedeutendsten Köpfe des deutschen
Nachkriegsanarchismus mitten im produktivsten Schaffen überrascht und aus
dem Leben gerissen hat.
Ich lernte Horst in einem der vergangenen Winter
kennen, als er mit seinem Bruder Mecklenburg bereiste. Bei strahlendem
Sonnenschein kamen sie an, und bei klirrendem Frost machten sie sich erst
einmal auf den Weg zum nahegelegenen See. Hier wurden sie unvermutet von
einem Schneesturm überrascht, der dem Spaziergang ein Ende bereitete. Beim
anschließenden Auftauen im Haus lernten wir uns dann bei heißen Getränken
näher kennen. Kontakte wurden geknüpft und fruchtbare Ideen entstanden. Im
Nachhinein gesellte sich sogar eine mißlungene Geschäftsidee dazu. Die
Abreise der Stowassers gestaltete sich etwas schwierig, da der moderne
Mercedes-Sprinter im halbmeterhohen Schnee des Wilden Ostens stecken
geblieben war. In diesem Gewusel vergaß Horst seine am Ofen trocknenden
Socken. Um die krisengeschüttelte finanzielle Situation des Hauses
aufzubessern, waren wir drauf und dran die Stowasser-Socken bei E-bay zu
versteigern - und nur das Verschwinden dieser im Chaos der Baustelle,
verhinderte ihre gewinnträchtige Veräußerung. Als Horst in diesem Sommer
erneut in Mecklenburg weilte, hatte das Wetter ein Einsehen. Die wenigen
gemeinsamen Stunden verbrachten wir bei strahlender Sonne im Grünen, bei
intensiven Gesprächen, Austausch von Literatur und dem Besprechen weiterer
Zusammenarbeit. Das Energiebündel mit Zigarre war sichtlich erfreut, dass
sein langjähriger Traum - die Eröffnung des An-Archivs in den Räumen des
Eilhardshofes - in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen sollte. Mit
sichtlichem Humor erzählte Horst dabei Anekdoten, aus seiner Zeit - der
"neuen anarchistischen Generation".
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Die Aufnahmen
entstanden bei der Trauerfeier für Horst Stowasser am 7. September 2009 auf
dem Friedhof in Neustadt an der Weinstraße. |
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Horst Stowasser ist tot
Kaum zu glauben war für
uns die Nachricht von dem Tod unseres Genossen Horst Stowasser am 30. August
2009. Nur wenige Tage zuvor trafen wir uns in Mecklenburg, wo Horst Urlaub
machte, und schmiedeten gemeinsame Pläne und Vorhaben. Vor allem an der im
nächsten Jahr anstehenden Eröffnung des An-Archivs konnten wir uns nicht
genug erfreuen.
Voller Pläne und Elan - viel zu früh aus unserer Mitte gerissen - Du wirst
uns fehlen Genosse!
Valentin Tschepego
im Namen der Redaktion
www.syndikalismusforschung.info |
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Syndikat-A (Hg.): Reihe:
Anarcho-Syndikalismus heute. Die zweite Broschüre
Mit dieser
Broschüre vervollständigen wir den Einstieg in unsere Reihe
„Anarcho-Syndikalismus heute“. Themenschwerpunkte sind hier unter anderem
die verschiedenen Organisationsformen der basisdemokratisch orientierten
Arbeiterbewegung, die Stärken und Schwächen einer anarcho-syndikalistischen
Organisierung, der problematische Spagat zwischen dem „Hier und Jetzt“ und
der Zielsetzung eines libertären Kommunismus und die Wichtigkeit einer
anarchosyndikalistischen (Gegen)Kultur.
Abgerundet wird die Textsammlung von einer aktuellen Bestandsaufnahme der
Aktivitäten unserer Organisation.
Syndikat-A:
Anarcho-Syndikalismus heute. Die zweite Broschüre, Moers 2009, 54 Seiten,
3,50 Euro,
www.syndikat-a.de
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Besprechung
Anarcho-Syndikalismus heute - Band Zwei
Die zweite
Broschüre zu „Anarcho-Syndikalismus heute“ aus dem Verlag Syndikat-A gibt
eingangs einen Überblick über aktuelle Strömungen jenseits des
Parteiensozialismus, beleuchtet Ansätze des Rätekommunismus, Unionismus u.a.
Und dies mit historischem Hintergrund und auf internationaler Ebene. Als
Höhepunkt wird der Fokus dieses ersten und längsten Textes der Broschüre auf
die Organisationen des Syndikalismus gerichtet als Perspektive. Am Ende
werden auch eigene auftretende Widersprüche als Fragen formuliert, welche
sich die anarcho-syndikalistische Bewegung stellt und sich auf verschiedene
Weisen annähert.
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Karl
Roche: Sozialismus und Syndikalismus
Roche ist
einer der führenden Propagandisten der wiedererstandenen »Freien Vereinigung
deutscher Gewerkschaften« nach dem I. Weltkrieg und in der
Novemberrevolution. Er ist Geschäftsführer der »Syndikalistischen Föderation
Hamburg«. Neben einer umfangreichen Vortragstätigkeit vor allem im
norddeutschen Raum schreibt er für den Syndikalist und veröffentlicht vier
der wichtigsten programmatischen Texte der FVdG im ersten Revolutionsjahr:
* Was wollen die Syndikalisten? Programm, Ziel und Wege der Freien
Vereinigung deutscher Gewerkschaften * Einheitslohn und Arbeitersolidarität
* Zwei Sozialisierungsfragen. 1. Wer soll sozialisieren? * Organisierte
direkte Aktion, Berlin 1919
Das Archiv Karl Roche versteht sich als Regionales Archiv zur Dokumentation
des Anarchosyndikalismus in Hamburg, das die Geschichte dieser Bewegung in
Hamburg-Altona und Umgebung, dem ehemaligen Groß-Hamburg, dokumentieren
möchte. Ziel der Archiv-Forschung soll die Aufarbeitung des geschichtlichen
Anteils derjenigen Genossinnen und Genossen sein, die für den freiheitlichen
Sozialismus und Anarchismus gekämpft haben. Der Verdrängung dieses Teil der
radikalen Arbeiterbewegung soll entgegen gewirkt werden. Namensgeber ist der
aus Königsberg stammende Hamburger Genosse Karl Roche – eine führende
Persönlichkeit beim Aufbau der FAUD/S. Er verstarb am 1. Januar 1931 in
Hamburg.
Karl Roche:
Sozialismus und Syndikalismus. Agitationsschriften aus dem Jahre 1919,
herausgegeben vom Archiv Karl Roche, Hamburg, 2009, 68 Seiten, ISBN
978-3-9810846-5-8, 3,50 Euro. Zu beziehen über den Syndikat A Medienvertrieb
(Moers),
www.syndikat-a.de |
Besprechung
Karl Roche: Sozialismus und Syndikalismus
Karl Roche, 1862 in
Königsberg geboren, gilt als einer der aktivsten Propagandisten der
anarcho-syndikalistischen Bewegung in Deutschland. Der Hamburger war
begabter Organisator, Redner und Schreiber zugleich. Seine Broschüre über
die Zentralverbände - „Aus dem roten Sumpf“ - ist längst ein Klassiker und
verhackstückt die sozialpartnerschaftlichen „Gewerkschaften“. Zunächst
dortselbst aktiv, schloß sich Roche schon vor dem Ersten Weltkrieg der
Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften an, und wurde zu einem der
wichtigsten Agitatoren Norddeutschlands und darüber hinaus. Für den
„Syndikalist“ beispielsweise schrieb er so viele Artikel, dass er sich
mehrere Pseudonyme zulegen musste. In Hamburg trat Karl Roche den Wettkampf
um die Belegschaften der Großbetriebe gegen die lobbybehafteten späteren
Nationalbolschewisten Fritz Wolfheim und Heinrich Laufenberg an. Ihre
Gesamtpräsenz dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass zum
einen Lenin seine weltbekannte Schrift vom „linken Radikalismus“ aufsetzte,
und dadurch zum zweiten fortan Linkskommunismus, Rätekommunismus und
Syndikalismus bis in die heutige Zeit munter durcheinandergewürfelt wurden.
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In eigener Sache: Im
Mai 21.209 Seitenaufrufe
Die erfreuliche Entwicklung
zunehmender Seitenaufrufe von Syndikalismusforschung.info hält an. Im Mai 2009
wurden unsere Seiten genau 21.209mal aufgerufen. Für ein recht junges Projekt
wie das unsere eine hocherfreuliche Entwicklung. Seit dem Start am 17.
Dezember 2007 ist die Tendenz permanent steigend. Zum Vergleich: Im Jahr
zuvor, im Mai 2008 wurde Syndikalismusforschung.info 7872 mal aufgerufen.
Syndikalismusforschung.info hat
sich zu einem wichtigen Anlaufpunkt für alle an der Geschichte der
syndikalistischen Bewegung in den deutschsprachigen Gefilden Interessierten
entwickelt. Viele an der Geschichte der Arbeiterbewegung interessierte
Webseiten haben Syndikalismusforschung.info mittlerweile verlinkt. Vielen Dank
dafür. Beiträge auf den Seiten dienen auch nicht selten als Referenz für
eigene Beiträge. Neben den aktuellen Beiträgen auf der Startseite erfreut sich
besonders unser virtuelles Museum zur Geschichte der syndikalistischen
Arbeiterbewegung in Deutschland großer Beliebtheit, und rangiert auf dem
zweiten Platz der meisten Seitenaufrufe, gefolgt von der Textsammlung und den
stets aktuellen Buchbesprechungen.
Zu unseren Leserinnen und
Lesern gehören erfreulicherweise nicht nur Menschen im deutschen Staatsgebiet.
Zu den Top 10 der länderübergreifenden Zugriffe zählen nach Deutschland auf
dem zweiten Platz die USA, gefolgt von Österreich, Großbritannien, der
Schweiz, Russland, Luxemburg, Griechenland, Frankreich, den Niederlanden und
Irland. Ein schönes Beispiel für den internationalen Geist und Charakter
unseres Publikums.
Das Team
von Syndikalismusforschung.info
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Syndikat-A (Hg.): Reihe:
Anarcho-Syndikalismus heute.
Dies
ist die erste Broschüre einer geplanten Reihe zum Thema
„Anarcho-Syndikalismus heute“. Sinn und Zweck dieser Broschüren-Reihe ist
es, grundsätzliche Überlegungen und auch Diskussionen in unserer
Organisation, der FAU, zu dokumentieren. Damit ist die Hoffnung verbunden,
dem heutigen Anarcho-Syndikalismus im Allgemeinen und der FAU im Besonderen
ein inhaltlich schärferes Profil zu geben. Die hier vorliegenden Texte haben
einen allgemeinen Charakter. Spätere Broschüren werden konkrete
Schwerpunktthemen zum Inhalt haben.
Die
erste Broschüre, Syndikat-A, Moers 2009, 2.50 Euro
Direkt Link zur Broschüre |
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Besprechung
Anarcho-Syndikalismus
heute
Der Verlag und Vertrieb
Syndikat-A aus Moers bringt eine Broschürenreihe zum aktuellen
Anarcho-Syndikalismus in Deutschland heraus. Die erste Broschüre enthält
spannende strategische und zusammenfassende Beiträge zur Entwicklung des
Anarcho-Syndikalismus der 80/90er Jahre:
Anarcho-Syndikalismus – Ja
oder Nein? (1980) von Herbert Wieder
Der Anarcho-Syndikalismus
ist mehr als eine militante Gewerkschaftsbewegung (1991) von der FAU-Moers
Die FAU im 15. Jahr (1991)
von der FAU-Frankfurt
Anarcho-Syndikalismus ist
nicht links (2002) von Helge Döhring (FAU-Bremen).
[ganze Rezension lesen] |
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Errico Malatesta –
Ungeschriebene Autobiografie. Erinnerungen 1853-1932.
Herausgegeben
von Piero Brunello und Pietro Di Paola.
Aus dem Italienischen
Übersetzt von Egon Günther.
Edition Nautilus, 2009,
ISBN: 978-3-89401-594-7, 220 Seiten, 16,90 Euro
Malatesta (1853–1932) hat
sich immer geweigert, seine Autobiografie zu schreiben. Er hielt sie
angesichts der krisengeschüttelten Weltlage für unerheblich. Trotzdem liest
sich sein Leben wie ein Abenteuerroman: Auf der Flucht vor der Polizei quer
durch die Länder der Welt lernte er die bedeutendsten Zeitgenossen der
internationalen Aufstände kennen. Obwohl aus wohlhabender Familie,
engagierte er sich schon sehr früh politsch und wurde als Vierzehnjähriger
zum ersten Mal verhaftet. 1871 warf man Malatesta wegen Teilnahme an einer
Demonstration von der Universität. Er trat der italienischen Sektion der
Internationale bei, traf 1872 Michail Bakunin in der Schweiz. 1877 war
Malatesta an einem bewaffneten Aufstand in Kampanien beteiligt. Sie verübten
einen Brandanschlag auf das Finanzamt und erklärten das Ende der Monarchie.
Der Aufstand wurde durch das Militär schnell niedergeschlagen. Malatesta war
gezwungen, das Land zu verlassen.
Im Laufe der folgenden Jahre lebte und agitierte er in Ägypten, in der
Schweiz, in Rumänien, London, Argentinien, Belgien, Malta, den USA und immer
wieder auch in Italien, wo er mehrfach verhaftet wurde. Malatesta gründete
mehrere anarchistische Zeitschriften, organisierte Streiks und
Demonstrationen. Unter der faschistischen Diktatur Mussolinis arbeitete er
als Elektriker in Rom, wo er 1932 fast 80-jährig starb.
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Besprechung
Wir wollen siegen – und wir werden siegen!
Errico Malatesta ist
einer der Genossen der anarchistischen Bewegung, welcher auch heute noch, 77
Jahre nach seinem Tod, zu den bekanntesten Menschen dieser revolutionären
und freiheitlichen Bewegung gehört. Auch in Deutschland finden sich Titel
seiner Schriften auf den aktuellen Büchertischen. Seine Gedanken und
Überlegungen über Anarchismus, Gesellschaft und Revolution sind noch heute
präsent, und manche seiner Bücher wurden sogar als Raubdrucke neu aufgelegt,
um den Verkaufspreis niedrig zu halten und eine größere Verbreitung seiner
Schriften zu ermöglichen. Dabei war Malatesta, in späteren Jahren
Mitbegründer und Redakteur der heute noch erscheinenden anarchistischen
italienischsprachigen Wochenzeitung Umanita Nova, keinesfalls nur ein
anarchistischer Theoretiker. Malatesta war ein aktiv handelnder
anarchistischer Revolutionär, der an zahllosen Aufständen und
Aufstandsversuchen teilnahm, und dem eine Beliebtheit und Sympathie
entgegengebracht wurde, die revolutionäre- und Arbeiterkreise weit übertraf.
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Unser Abschied von
Abel Paz (1921-2009)
"Denn
je stärker das Selbstwertgefühl des Volkes ist,
desto schwächer wird die Macht des Staates."
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Abel Paz vor dem Bremer
Denkmal für die Kämpfer der Bremer Räterepublik mit Genossinnen und Genossen
im Sommer 2003 |
Abel Paz wurde am 12. August 1921 im spanischen Almeria
geboren. Er wuchs in einer anarchistischen Familie auf und hatte so seit
Kindesbeinen Verbindung mit der anarcho-syndikalistischen Bewegung. In
seiner Jugend gründete er zusammen mit Genossen die Gruppe "Los Quijottes
del Ideal" und nahm am sozialen Aufbau während der spanischen Revolution
teil. Die spätere Teilnahme an der Guerilla 1942 in Spanien brachte ihm eine
11-jährige Haftstrafe ein, die er mit gesundheitlichen Schäden, aber geistig
ungebrochen überstand.
Wer schon einmal einer
überwiegend von Studierenden besuchten Veranstaltung mit dem Zeitzeugen der
Spanischen Revolution, Abel Paz, beigewohnt hat, wird diese möglicherweise
enttäuscht wieder verlassen haben. Eingenebelt vom eigenen Zigarrenqualm und
auf einem Sessel gemütlich zurückgelehnt, lässt dieser kleine, gebrechlich
erscheinende über 80-jährige Mann kaum eine Gelegenheit aus, auf Fragen zur
revolutionären Geschichte Spaniens mal lakonisch, mal barsch zu reagieren.
Manchmal wirkt er geradezu griesgrämig. Er weiß es und spielt mit dem
Publikum, lässt es auflaufen. Die Spanische Revolution sei Vergangenheit,
unwichtig für heute. Auch bei Fragen zur Gegenwart gibt er sich eher
verschlossen.
Wer
dort jedoch den Büchertisch aufsucht, wird feststellen können, dass Abel Paz
nicht nur als Biograph Durrutis sehr viel zu erzählen hat, sondern auch
seine eigenen Lebenserfahrungen in erkenntnisreichen Sätzen zusammenfassen
kann.
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Martin Veith: Eine Revolution für die
Anarchie. Zur Geschichte der Anarcho-Syndikalistischen Jugend (ASJ) im
Großraum Stuttgart 1990 - 1993
&
Helge Döhring: Aus den Trümmern empor!
Anarcho-Syndikalismus in Württemberg 1933 – 1956
Verlag Edition AV, Lich
2009, ISBN 867-3-86841-005-1, 380 Seiten, 22 €
„Wer auf eine entschlossene
Angreiferschaft Eindruck machen will, muss ihnen keine Schwüre und
Kampfgesänge in die Ohren plärren, sondern ihnen Beweise eigner tatkräftiger
Initiative liefern“
Erich Mühsam (1932)
„Nur eines hätte unsere
Bewegung stoppen können - wenn unsere Gegner ihr Prinzip verstanden hätten
und vom ersten Tag an den Kern unserer neuen Bewegung mit aller Brutalität
zerschlagen hätten“
Adolf Hitler (1934)
Dieses Buch beschreibt und analysiert die erfolgreiche Gruppe
und Aktivität der militanten „Anarcho-Syndikalistischen Jugend“ (ASJ) im
Großraum Stuttgart in der unmittelbaren Nachwendezeit 1990 bis 1993.
Getragen wurde sie von mehreren Dutzend Jugendlichen, welche sich mutig und
nachhaltig gegen den zu dieser Zeit mächtig aufkommenden (Strassen-) Terror
der Neonazis einsetzte und darüber hinaus verschiedene anarchistische
Aktivitäten entfaltete, darunter eine Wahlboykottkampagne, 1.
Mai-Demonstrationen, Proteste gegen den Golfkrieg, eine Hausbesetzung und
einen erfolgreichen Streik. Erzählt wird die Geschichte von einem ehemaligen
Mitglied der Gruppe, welches aus einer zeitlichen Distanz von über 15 Jahren
die Geschehnisse Revue passieren lässt, die Lehren daraus reflektiert, ihre
Aktualität deutlich aufzeigt und zu vermitteln weiß. Nicht zuletzt über ein
vertiefendes analytisches Gesprächsinterview und Beiträge anderer ehemaliger
MitstreiterInnen unter der Fragestellung: Was ist aus den Aktiven geworden,
wie denken sie heute über ihre Zeit damals in der ASJ? Der zweite Teil
des Buches arbeitet die Geschichte des Anarcho-Syndikalismus in
Württemberg von 1933 bis in die 50er Jahre hinein auf. Im Mittelpunkt steht
dabei der Prozeß gegen 13 syndikalistisch-anarchistische Angeklagte vor dem
Oberlandesgericht Stuttgart im Jahre 1936. Der Prozeßverlauf, die
Haftzeiten, sowie die Folgen dieser Strapazen für die Bewegung nach 1945
sind zentraler Bestandteil dieser Untersuchung, genauso wie die Wandlung
dieser einstigen anarcho-syndikalistischen Klassenkampfbewegung hin zu einer
anarchistischen Kulturbewegung. Die dabei aufgeworfenen Fragen stellen sich
bis heute ähnlich, die Fakten sind für gewohnte anarchistische Denkmuster
bisweilen irritierend. |
Besprechung
Jenseits des Betroffenheitsgedusels
Die Geschichte der ASJ 1990-93 und der FAUD
nach 1933 in Baden-Württemberg haben Martin Veith und Helge Döhring in zwei
Teilen in dem Buch „Eine Revolution für die Anarchie“ zusammengebracht.
Um es gleich vorweg zu schicken: Das Buch von
Martin Veith ist Erinnerung und Kampfansage – es ist Feuerwerk! Seine
provokanten Einsichten werden Widerspruch hervorrufen, vor allem bei jenen,
die sich der Straßengewalt von Neonazis zwar theoretisch nähern, den
Erfahrungshorizont eines Alltags aus permanenter Bedrohung, Einschüchterung,
Angst, Wut und Hass jedoch nicht kennen. Vielleicht können gerade deshalb
AntifaschistInnen in den Ost-Bundesländern, einigen Regionen im Westen, vor
allem aber MigrantInnen sich sehr viel eher mit dem Anliegen des Autoren
identifizieren als diejenigen, die sich nur „betroffen“ fühlen. Sicher jedoch
ist, dass dieses Buch von allen mit Gewinn gelesen werden kann, die eine
antifaschistische Praxis aufweisen bzw. diese entwickeln wollen. Es reiht sich
ein in die Tradition von Überlieferungen, die mit Truus Mengers „Im letzten
Augenblick“ und dem auch hier mehrfach erwähnten „The 43 Group“ von Morris
Beckman bisher ihresgleichen suchten. Nur schreibt der Autor nicht über die
Widerstandsgeschichte vor mehr als 60 Jahren, sondern über die
Jugendgeneration Anfang der 90er Jahre.
[ganze Rezension lesen]
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Archiv für die Geschichte des
Widerstandes und der Arbeit - Nr.18
Wenn auch im nach 5 Jahren mal wieder erschienenen stets
lesenswerten „Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit“ (AGWA)
diesmal, mit Ausnahme einiger Buchbesprechungen, nicht viel zu speziell
syndikalistischer Thematik zu finden ist, so ist doch das Vorwort, besser
gesagt der letzte Abschnitt äußerst interessant als Kritik am
kapitalistischen Wissenschaftsbetrieb und ähnelt damit den Auffassungen
einer unabhängigen, tatsächlich freien und damit unbefangenen
Syndikalismusforschung im Sinne der arbeitenden Klasse, wie wir sie hier
präsentieren wollen.
Nun folgen noch die Angaben zum AGWA, und dann kommt das
Vorwort zum Genießen:
„Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit“,
Nr. 18, ISBN 978-3-88663-418-7, 24 Euro, 787 Seiten, zu bestellen auch über
Syndikat-A
AGAW
Vorwort
[Vorwort lesen]
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Thorsten Bewernitz (Hrsg.): Die neuen Streiks
»Der
Streik kehrt zurück« titelte die anarchosyndikalistische »Direkte Aktion«
bereits 2006. Der einjährige Streik bei dem Flughafen-Caterer ›Gate
Gourmet‹, die Streiks der Bosch-Siemens-Haushaltgerräe in Berlin, bei AEG,
der wilde Streik 2004 bei Opel Bochum und viele andere Beispiele scheinen
das zu bestätigen. Auch nach 2006 hat es das Phänomen Streik mit den
Arbeitskämpfen bei der Telekom und insbesondere mit dem Arbeitskampf der GDL
in die Medien geschafft. Das Unwort ›Streik‹ ist selbst in konservativen
Medien wieder sagbar geworden, die Methode hat Konjunktur. Die Art und
Weise, die Motivation, die Ziele und die Akteure heutiger Streiks haben sich
aber massiv verändert und vielerorts erscheint Streik zwar als gute Idee,
aber immer noch nicht durchführbar.
In einer Mischung aus Einzelbeiträgen und gemeinsamer Reflexion und
Diskussion lassen die AutorInnen die Geschichte des Streiks Revue passieren.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem aktuellen Streikgeschehen. Darüber
hinaus wird versucht, aus der Veränderung des Streikgeschehens praktische
Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen.
ISBN-13: 978-3-89771-480-9
14,80
Euro |
Besprechung
Die neuen
Streiks
Im von Torsten Bewernitz herausgegebenen Buch „Die neuen Streiks“
sind insgesamt 10 Beiträge enthalten, welche sich mit dem aktuellen
Streikgeschehen vor allem in Deutschland auseinandersetzen und diese analytisch
beleuchten. Zu nennen sind vor allem der Streik der „Gewerkschaft deutscher
Lokomotivführer“ (GDL) 2007, der Streik bei Opel 2004 und der bei Gate Gourmet
2005/06. In anschließenden Beiträgen im zweiten Teil des Buches, sowie im mit
weiteren markanten Streikbeispielen illustrierten ersten Beitrag von Bewernitz
selbst, „Die Zukunft des Konzepts Streik“, gibt es dann ein zusammenfassendes
Resume und so manch einen Ausblick auf die Zukunft von Arbeiterkampfmaßnahmen.
Eine Stärke im Buch liegt auch darin, dass Produktionsverhältnisse und
Aktivitäten außerhalb der klassischen Lohnarbeit im engeren Sinne beleuchtet
werden.
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Gedenkveranstaltung für das
spanische Exil in Frankreich
Am 6. und 7. Februar 2009
fanden in Paris eine Reihe von Veranstaltungen unter dem Motto "Hommage an
das spanische Exil" statt. Mehrere hundert Menschen gedachten dabei dem
Kampf der nach Frankreich geflüchteten SpanierInnen gegen den europäischen
Faschismus. Ein Höhepunkt waren die Kranzniederlegungen am Mahnmal für die
im KZ Mauthausen Ermordeten sowie für die SpanierInnen, die im Kampf um die
Befreiung Frankreichs vom deutschen Faschismus gefallen sind. An den
Veranstaltungen nahmen auch rund 30 deutsche Anarcho-SyndikalistInnen aus
zehn Städten teil.
Ein ausführlicher Artikel über
die Gedenkveranstaltungen und die Demonstration findet sich hier:
http://www.fau.org/artikel/art_090211-062518
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Werner Portmann, Siegbert Wolf
„Ja, ich kämpfte“ - Von Revolutionsträumen, 'Luftmenschen' und Kindern des
Schtetls
ISBN-10: 3-89771-452-3
ISBN-13: 978-3897714526
Ausstattung: br., 316 Seiten
Preis: 19.00 Euro
Biographien radikaler
Jüdinnen und Juden
Mit einem Vorwort von Emanuel Hurwitz

In der jüdischen ArbeiterInnenbewegung engagierten sich viele
junge AnarchistInnen. Sozialisiert in einem religiösen Elternhaus, gehörten
sie schon bald zu den EnthusiastInnen einer revolutionären Utopie, die sich
die Aufhebung von Herrschaft und gesellschaftlichen Zwängen auf ihre Fahnen
geschrieben hatten. Zugleich repräsentierten sie einen sozialrevolutionären
Radikalismus, der mit seiner Verheißung einer Befreiung aller Juden und
Jüdinnen wie auch der gesamten Menschheit durchaus Parallelen im jüdischen
Glauben aufwies.
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Besprechung
„Ja, ich kämpfte“ - Biographien zu Milly
Witkop- Rocker, Isak Aufseher, Carl Einstein und anderen im Sammelband
erschienen
Auf ihrer Suche nach
jüdischen Spuren in der weltweiten anarchistischen Bewegung führen Werner
Portmann und Siegbert Wolf seit einigen Jahren so manche Persönlichkeit ans
Licht einer interessierten Leserschaft. Im 2006 vorgelegten Buch „Ja, ich
kämpfte“ sind es sechs gut recherchierte Kurzbiographien, darunter Künstler,
Spanienkämpfer, Anarcho-SyndikalistInnen – aufschlußreiche Beiträge zur
Syndikalismusforschung. Das betrifft besonders auf Isak Aufseher und Milly
Witkop-Rocker zu. Zu letzterer ist bislang bis auf die Aufzeichnungen von
Rudolf Rocker (“Milly Witkop-Rocker1877-1955.
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Werner
Portmann
Die wilden Schafe - Max und Siegfried Nacht. Zwei radikale, jüdische
Existenzen.
Mit einem
Vorwort von Siegbert Wolf
ISBN-13: 978-3-89771-455-7
Ausstattung: br., 176 Seiten
Preis: 14.00 Euro
Das Buch „Die wilden Schafe“
erinnert an zwei fast vergessene radikale jüdische Aktivisten und
Theoretiker:
Siegfried und Max Nacht, die sich später Stephen Naft und Max Nomad nannten,
gehören in der Geschichte der radikalen europäischen und
amerikanisch/jüdischen ArbeiterInnenbewegung - und nicht nur dort - zu den
interessantesten Figuren. Ihre Texte, teilweise unter Pseudonym geschrieben,
sind Bestandteil eines radikalen, gesellschaftskritischen Diskurses
geblieben, der sich gegen jede Art von Herrschaft und Totalitarismus wendet.
Der Diskurs, der anhand ihrer Schriften, z.B. über Formen der ‚Direkten
Aktion‘, geführt wurde und wird, findet aber ohne Kenntnis der eigentlichen
Geschichte und der biographischen Hintergründe der Verfasser statt. Denn bis
heute sind ihre spannenden Lebensgeschichten nicht aufgearbeitet worden. Das
Buch ist ein erstmaliger Versuch, die Biographien von Max Nomad und
Siegfried Nacht nachzuzeichnen. Es untersucht ihre Lebenswege, die von
Buczacz, einem ostgalizischen Schtetl über Zürich, Paris und London nach New
York führten und zeigt ihren praktischen und theoretischen Einfluss auf
verschiedene Bewegungen.
Dabei wird dokumentiert, wie Siegfried Nacht im deutschen Sprachraum einen
wesentlichen Beitrag leistete zur Bekanntmachung und Verbreitung des
revolutionären Syndikalismus, inspiriert von der spanischen und
französischen syndikalistischen ArbeiterInnenbewegung. Ebenso wird die damit
verbundene antimilitaristische Propaganda in verschiedenen Ländern
untersucht. |
Besprechung
Biographie über Siegfried Nacht erschienen
„Wir
Syndikalisten wollen die Anarchie, doch nicht im Reiche der Philosophie,
sondern auf der Erde, deshalb steigen wir von den metaphysischen Höhen des
anarchistischen Himmels hinab, auf die schmutzige Erde. Und deshalb (…)
suchen wir die Massen auf ein gemeinsames Ziel zu vereinigen, das ohne das
Wort unbedingt zur Anarchie führen muss.“ (Siegfried Nacht)
Die Person
Siegfried Nacht (1878-1956 auch „Arnold Roller“) erlangte seine Bedeutung
für die internationale anarcho-syndikalistische Bewegung vor allem über zwei
Schriften, „Der soziale Generalstreik“ (1905) und „Die Direkte Aktion“
(1906), welche er vor gut 100 Jahren veröffentlichte. Sie gehörten fortan
zum Fundament dieser freiheitlich-emanzipatorischen Arbeiterschaft, und die
Inhalte flossen in ihre späteren Programmatiken mit ein. Nacht schien damit
kometenhaft auf der internationalen Bühne emporzusteigen, stieg jedoch
genauso schnell wieder ab und spielte über diese Schriften hinaus keine
größere Rolle mehr. Zur Bedeutung dieser Schriften, den Lebensweg und
denjenigen seines jüngeren Bruders Max Nacht (1881-1973) erfahren wir jetzt
mehr durch die im April 2008 beim Unrast-Verlag erschienene politische
Biographie „Die wilden Schafe. Max und Siegfried Nacht. Zwei radikale
jüdische Existenzen“ von Werner Portmann. Der Autor erschloss weit
verstreutes Quellenmaterial zu einem knapp 150 Seiten starken Buch mit fast
1.000 Fußnoten. Diese haben es tatsächlich in sich, denn die Spurensuche ist
wahrlich komplex, wie wohl bei kaum einer anderen kurzen Biographie. Die
Brüder Nacht waren Nomaden in politischer wie auch in existenzieller
Hinsicht.
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Abel Paz
Anarchist mit Don Quichottes Idealen
Innenansichten aus der Spanischen Revolution
Eine Biographie (1936-1939)
ISBN 3-936049-97-8
300 Seiten
16 €
„Für mich hatte alles am 19. Juli gegen neun Uhr morgens begonnen, in El
Clot, ganz in der Nähe des Hauses, in dem ich wohnte. Jemand schoss aus dem
Glockenturm der Kirche gegenüber von meinem Haus auf die Leute, die sich in
der Avenida Meridiana drängten. In der versammelten Menge befand sich ein
altgedienter Aktivist von der Gewerkschaft der Fabrik- und Textilarbeiter,
bewaffnet mit einer Jagdflinte. Er nahm seine Waffe und schoss mehrmals auf
den Glockenturm, aber eine Antwort blieb aus. Wer hatte geschossen? Es
schien ein Rätsel, denn einige Augenblicke später ging eine ganze Schar von
Leuten in die Kirche, und obwohl überall gesucht wurde, fand man den
Angreifer nicht.“
In „Anarchist mit Don Quichottes Idealen“ erzählt Abel Paz
seine Geschichte in der libertären Revolution von 1936 – 1939, der bereits
als 15-jähriger im Bürgerkrieg auf Seiten der CNT gegen die
Franco-Faschisten kämpfte. Nach der Niederlage floh er 1939 nach Frankreich,
kämpfte aber ab 1942 im Spanischen Untergrund weiter, bis er verhaftet und
bis 1953 inhaftiert wurde. Heute lebt Abel Paz in Barcelona.
„Anarchist mit Don Quichottes Idealen“ gewährt uns nicht nur einen anderen
Einblick in den spanischen Bürgerkrieg, sondern auch in die gelebte Utopie.
Neben „Feigenkakteen und
Skorpione“ (1921 – 1936) ist „Reise in meine revolutionäre Vergangenheit“
(1936 – 1939) der zweite Band seiner vierbändigen Biographie, die in loser
Folge im Verlag Edition AV erscheinen sollen. |
Besprechung
„Reiner Ausdruck des Klassenkampfes“
Besprechung: Abel Paz: Anarchist mit Don
Quichottes Idealen. Innenansichten aus der Spanischen Revolution. Eine
Biographie (1936-1939)
Überblicke
und Analysen zum Spanischen Krieg und zur Spanischen Revolution gibt es
viele. Wenige sind jedoch in deutscher Sprache veröffentlicht worden von
unbefangenen Beteiligten, welche dieses Anliegen mit ihren eigenen
Erfahrungen koppeln. Einer davon ist George Orwell gewesen, welcher uns ein
beeindruckendes Panorama über die damalige komplizierte Situation Spaniens
bietet. Orwell hat den Nachteil, dass er zum einen nicht über die ganze
Dauer aus eigenem Erleben berichtet und zum anderen, dass er zum großen Teil
aus der Optik einer kleinen, eher unbedeutenden marxistischen Partei
spricht.
Beim
Verlag Edition AV ist nun der zweite Teil der Autobiographie des
Spanienkämpfers Abel Paz erschienen, der in hoher Schärfe durchgängig die
Innenansichten der Revolution mit Schwerpunkt auf Katalonien schildert. Der
aus dem südspanischen Almeria stammende Autor siedelte als Junge nach
Barcelona um, besuchte dort eine freie libertäre Schule und trat der
anarcho-syndikalistischen „Confederacion nacional del trabajo“ (CNT)-Gewerkschaft
wie auch der „Iberischen anarchistischen Föderation“ (FAI) bei. Am Beginn
der Revolution im Juli 1936 war er 15 Jahre alt und Mitglied der libertären
Jugend. Während der Kämpfe streifte er durch die Strassen um die Barrikaden
herum, nahm an Treffen der anarcho-syndikalistischen Organisationen als
Delegierter teil, beobachtete dabei kritisch Persönlichkeiten wie Federica
Montseny, Diego Abad de Santillan oder Garcia Oliver („sprach in arrogantem
Ton“).
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FAU - Die ersten 30 Jahre
(1977 - 2007) Als
im Jahre 2004 eine Welle von Montagsdemonstrationen gegen die sogenannte
Agenda 2010 und die unsozialen Hartz-Gesetze die Republik aufrüttelte, war
in den bürgerlichen Massenmedien immer wieder von einer Organisation die
Rede, die angeblich »Unfrieden stiften« würde. Der Name dieser Unruhestifter
lautete: FAU. Was verbirgt sich hinter diesen drei Buchstaben?
Ganz einfach eine wenig
bekannte und kleine Basisgewerkschaft, deren Geschichte und Gegenwart in
diesem Buch kenntnisreich und illustriert dargestellt wird: Was 1977 unter
dem Namen Initiative Freie Arbeiter Union (I-FAU) als verwegenes, ja fast
aussichtsloses Unterfangen begann, entwickelte sich in der Folge zur
einzigen libertären Organisation in der BRD, die heute noch bundesweit aktiv
ist. Dabei beziehen sich die Militanten der FAU auf die libertäre Tendenz in
der internationalen Arbeiterbewegung – auf eine Tradition also, die von
Anfang an in der organisierten proletarischen Bewegung rund um den Globus
präsent und zeitweise sogar mehrheitsfähig war. In ihrem Eintreten für die
Abschaffung von Herrschaft sowie die Überwindung kapitalistischer
Ausbeutung, orientieren sich die FAU-GewerkschafterInnen am Konzept des
Klassenkampfes und der alten proletarischen Losung, dass die Befreiung der
ArbeiterInnen nur das Werk der ArbeiterInnen selbst sein kann.
ISBN:978-3-86841-004-4 - 14.50 EURO Weitere
Infos:
http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=productsMore&iProduct=1502 |
Besprechung
30 Jahre FAU im Buch
Der Begriff „Gewerkschaft“
wird hierzulande mit dem DGB gleichgesetzt. Dabei gibt es gerade in den
letzten Jahren in die Schlagzeilen geratene Vereinigungen, die nicht im DGB
organisiert sind, beispielsweise die GDL, die Vereinigung Cockpit oder die
Vereinigung der Vertragsfußballer. Viele ihrer Mitglieder haben erkannt,
dass ihre Interessen im DGB verraten werden. Und dazu gehört wirklich nicht
viel Grips. Das Problem ist nur: Es gibt nicht wirklich viele Alternativen.
Der DGB ist der alles bestimmende Dachverband, nur er ist in den meisten
Fällen juristisch legitimiert, in vielen Betrieben stellt er eine Art
Zwangsverband für die Beschäftigten dar. Er übt oftmals bestimmenden Druck
auf die Betriebsräte aus und stellt viele von ihnen. Er ist im Bewusstsein
so tief verankert, dass die breite Bevölkerung unter Gewerkschaft lediglich
Tarifabschlüsse, eine Versicherungsanstalt bei Streik und etwas Rechtsschutz
versteht. Dasselbe gilt auch für die oben genannten Branchengewerkschaften
außerhalb des DGB.
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Abel Paz: Feigenkakteen
und Skorpione - Eine Biographie (1921 - 1936)
Kind zu spielen, wenn man schon über 80 Jahre
alt ist, ist nicht einfach. Und es ist noch schwerer, da ich weiß, dass ich
den Spanischen Bürgerkrieg, diese so kritische, erschütternde und stürmische
Periode, gut kenne. Die Zeit vor und während des Spanischen Bürgerkrieges
gehört zur interessanteste der spanischen Sozialgeschichte.
Möglicherweise liegt der hauptsächliche Wert von "Feigenkakteen und
Skorpione" in der Beschreibung einer Zeit und eines Ortes, die für die
Menschen von heute unendlich weit entfernt sind.
In Feigenkakteen und Skorpione finden sich viele Ereignisse, die meine
Jugend geprägt haben und die letztlich entscheidend für die spanische
Geschichte waren: Die Proklamation der Republik, der Streik in Asturien
1934, das vorrevolutionäre Barcelona und schließlich, um nur die
herausragendsten Ereignisse zu erwähnen, der 19. Juli 1936, das Datum des
faschistischen Putsches und der darauf folgenden revolutionären Antwort.
Die Geschichte von libertärer Revolution und antifaschistischem Widerstand
spiegelt sich im Leben des spanischen
Anarchisten Abel Paz wieder. Bereits als
15-jähriger kämpfte er im Bürgerkrieg auf der Seite der CNT gegen die
Franco-Faschisten. 1939 floh er nach Frankreich, kämpfte aber ab 1942 im
Spanischen Untergrund gegen das Franco-Regime, bis er verhaftet und bis 1953
inhaftiert wurde. Heute lebt Abel Paz in Barcelona.
"Feigenkakteen und Skorpione" ist der erste Band seiner vierbändigen
Biographie, die in loser Folge im Verlag Edition AV erscheinen sollen.
ISBN : 978-3-936049-87-9
14
Euro
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Besprechung
„…mitten auf einem revolutionären
Fest“
Biographie von Abel Paz
erschienen
Wer schon einmal einer
überwiegend von Studierenden besuchten Veranstaltung mit dem Zeitzeugen der
Spanischen Revolution, Abel Paz, beigewohnt hat, wird diese möglicherweise
enttäuscht wieder verlassen haben. Eingenebelt vom eigenen Zigarrenqualm und
auf einem Sessel gemütlich zurückgelehnt, lässt dieser kleine, gebrechlich
erscheinende über 80-jährige Mann kaum eine Gelegenheit aus, auf Fragen zur
revolutionären Geschichte Spaniens mal lakonisch, mal barsch zu reagieren.
Manchmal wirkt er geradezu griesgrämig. Er weiß es und spielt mit dem
Publikum, lässt es auflaufen. Die Spanische Revolution sei Vergangenheit,
unwichtig für heute. Auch bei Fragen zur Gegenwart gibt er sich eher
verschlossen.
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Syndikalismusforschung
präsentiert:
Museum zur Geschichte
der syndikalistischen Arbeiterbewegung in
Deutschland
(1878 - 2008)
130
Jahre Klassenkampf hier |
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Holger Marcks und
Matthias Seiffert (Hg.)
Die großen Streiks
Episoden aus dem Klassenkampf
Die großen Streiks umfasst eine Reihe von
bedeutenden und kämpferischen Streiks des 20. Jahrhunderts, die weitgehend
in Vergessenheit geraten sind. Vom einfachen Lohnkampf bis zum
Generalstreik, vom Erfolg auf ganzer Linie bis zum totalen Fiasko. Erfasst
werden dabei die verschiedenen Phasen und Formen des Arbeitskampfes. Es
werden die Ereignisse und Entwicklungen dargestellt, die Hintergründe
erläutert und durch Porträts der ProtagonistInnen vertieft. Die
geschilderten Arbeitskämpfe stehen exemplarisch entweder für bestimmte
Streikformen oder die ArbeiterInnenbewegung in einer bestimmten Phase oder
Region. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf den Spannungsfeldern
von Basis und Gewerkschaftsführung und deren (widersprechenden) Strategien.
Ein Glossar und kommentierte Literaturlisten vervollständigen das Lesebuch
der internationalen HistorikerInnen aus den syndikalistischen Gewerkschaften
wie FAU, IWW und CNT.
Alle AutorInnen sind entweder aktive GewerkschafterInnen (SyndikalistInnen),
Angehörige der libertären Bewegung oder stehen dieser nahe. Die in den
jeweiligen Beiträgen gelieferte Perspektive baut somit unmittelbar auf deren
praktischen und theoretischen (Erfahrungs-)Horizont auf.
[Weitere Infos hier] |
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Folkert Mohrhof
Syndikalismus und Anarchismus in Hamburg vor der
Revolution 1918/19
Der syndikalistische Streik auf dem
Ozean-Dampfer 'Vaterland' 1914
Der syndikalistische Streik auf ‚Vaterland' im Jahre 1914,
wurde durch den I.Weltkrieg beendet. Diese Dokumentation schildert die
Ereignisse aus der Sicht der betroffenen Arbeiter auf dem HAPAG-Ozeanriesen.
Die ideologische Hetzkampagne der sozialdemokratischen Zentralgewerkschaften
gegen den aufkeimenden revolutionären Syndikalismus und Anarchosyndikalismus
in Deutschland verdeutlicht dem damals größten Passagierdampfer der Welt,
der diese Broschüre ebenso, wie die Brutalität, mit der die herrschende
Klasse organisiertem Arbeiterwiderstand rücksichtslos gegenüberstand.
Das Archiv Karl Roche versteht sich als Regionales Archiv
zur Dokumentation des Anarchosyndikalismus in Hamburg, das die Geschichte
dieser Bewegung in Hamburg - Altona und Umgebung, dem damaligen
Groß-Hamburg, dokumentieren möchte. Ziel der Archiv-Forschung soll die
Aufarbeitung des geschichtlichen Anteils derjenigen Genossinnen und Genossen
sein, die für den freiheitlichen Sozialismus und Anarchismus gekämpft haben.
Der Verdrängung dieses Teil der radikalen Arbeiterbewegung soll entgegen
gewirkt werden. Namensgeber ist der aus Königsberg stammende Hamburger
Genosse Karl Roche - eine führende Persönlichkeit beim Aufbau der FAUD/S. Er
verstarb am 1. Januar 1931 in Hamburg.
Download als .pdf hier
4,80MB |
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Anarcho Syndicalist Review - Winter 2008
Inhalt:
Wobbles: Economic Boom, Renting Politicians, The National Anti-Labor Board
at work...
International Notes: CNT fights for recognition, Wobbly recycling workers,
Polish bus drivers, Germanys Strike Bike....
Venezuela today
Workers struggles in Middle East
Immigrant New York foodstuffs workers organize industry-wide IWW campaign
against 'illegal' jobs
Four Questions Concerning Privatizations
Between Christianity and the libertarian left: How wide the gap?
Anarchism & Religion
Do you really care? Pathos of a Revolutionary
A failed revolution? The experience of the French Popular Front 1936-38
Green Unionism
Reviews: Socially Responsible Unionism, Factories without bosses, Free
Speech on the Job, Carlo Tresca Remembered, Jones vs. Kropotkin
http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=productsMore&iProduct=1210&sName=Anarcho-Syndicalist-Review-Winter-2008
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Milly Witkop-Rocker, Hertha Barwich,
Aimée Köster u. a.
Der Syndikalistische Frauenbund
 ISBN-13: 978-3-89771-915-6
Ausstattung: br., 276 Seiten
Preis: 16.00 Euro
Hrsg. und mit einem Vorwort
versehen von Siegbert Wolf
Klassiker der Sozialrevolte Bd. 17

Als Teil der anarchosyndikalistischen Bewegung entstand ab 1920 der
„Syndikalistische Frauenbund“, der in seiner Hochzeit bis zu 1.000 Frauen
umfasste und von 1921 bis 1930 die Zeitung „Der Frauen-Bund“ herausgab. Die
Besonderheit dieses anarchosyndikalistischen Frauenzusammenschlusses ergibt
sich daraus, dass im Unterschied zur Frauenpolitik anderer Vereinigungen der
ArbeiterInnenbewegung bewusst auch nicht erwerbstätige proletarische
Hausfrauen und Mütter organisiert wurden. Der Schwerpunkt lag auf dem so
genannten Reproduktionsbereich (Haushalt, Kindererziehung). Seine
Protagonistinnen, wie z.B. Milly Witkop, die eine Prinzipienerklärung unter
dem Titel „Was will der Syndikalistische Frauenbund?“ verfasste, Hertha
Barwich, Geschäftsführerin der „Reichsföderation syndikalistischer
Frauenbünde“ in Berlin, und Aimée Köster, Schriftleiterin der Zeitung „Die
Schaffende Frau“ in Dresden, stellten wiederholt unter Beweis, dass das
Private eminent politisch ist. Damit nahmen sie bereits in den 1920er Jahren
eine Haltung vorweg, die von der Neuen Frauenbewegung nach 1968 wieder
aufgegriffen werden sollte.
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Besprechung
„Unsere Männer aber müssen aufgerüttelt werden…“
Texte zur Geschichte der Syndikalistischen
Frauenbünde neu aufgelegt!
Der Syndikalistische Frauenbund (SFB) war seit 1921 die
Organisation der Hausfrauen innerhalb der syndikalistischen Gewerkschaft Freie
Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD). Er war mit seinen bis zu 1.000 Mitgliedern
(Berlin: 200) Ausdruck eines separaten Organisationswillens von
Syndikalistinnen im Reproduktionsbereich, da in einer traditionellen
Gewerkschaft lediglich in Lohnarbeit stehende Männer und Frauen Platz fanden.
Die FAUD hatte gemäß ihrer Programmatik jedoch einen umfassenden
gesamtgesellschaftlichen Anspruch, so dass folglich auch die spezifischen
Angelegenheiten von Hausfrauen ihren eigenen Ausdruck finden mussten. Dazu
zählten in besonderem Maße die Haushaltsführung, die Kindererziehung und
darüber hinaus der Kampf um die Anerkennung dieser Arbeiten als
gleichberechtigte Tätigkeiten neben der klassischen Lohnarbeit. Der Einsatz
ging jedoch noch weiter und verlangte zudem die generelle Gleichstellung von
Frau und Mann, sowie das Recht der Frau, eigenständig über ihr Wohlbefinden
entscheiden zu können. In diesen Bereich fallen beispielsweise die Stichworte:
Abtreibungsparagraphen 218-220, Sexualhygiene, Koch- und Nähkurse.
[ganze
Besprechung Lesen]
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Oliver Steinke:
„Wo dein Platz, Genosse,
ist…“
Widerstand der KPD
und anderer Gruppen aus der Arbeiterbewegung gegen die faschistische
Diktatur in Deutschland 1933-1945 aus libertärer Sicht,
Syndikat A, Moers 2007
Jahrzehntelang wurde in der
BRD der umfassende antifaschistische Widerstand von Arbeiterinnen und
Arbeitern gegen die Nazis von 1933- 1945 weitgehend verschwiegen, lediglich
ein knappes Dutzend Autobiographien von Zeitzeugen wie Clara und Paul
Thalmann, Augustin Souchy oder Karl Retzlaw bedeuteten bewegende Ausnahmen.
Im Osten Deutschlands hingegen wurde in dieser Hinsicht einseitig die KPD
verherrlicht. Erst in den letzten zwanzig Jahren wurde mehr geforscht und
wahrheitsgemäß über den Widerstand geschrieben. Aber obwohl viele dieser
Aufarbeitungen engagiert und gut recherchiert sind, haben die meisten doch
den Nachteil, dass sie von Historikern in einer „wissenschaftlichen“ Sprache
verfasst wurden, die den meisten Menschen fremd bleibt. Deshalb will diese
Broschüre in aller Kürze einen Überblick geben: Was ist geschehen? Wie
konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Warum scheiterte damals der
antifaschistische Widerstand in Deutschland? „Wo dein Platz, Genosse, ist,
…“ schildert auch die Untergrundtätigkeit der basisdemokratischen
Gewerkschaft „Freie Arbeiter Union Deutschland“ (FAUD), bettet sie aber in
einen größeren Zusammenhang ein. Dabei bilden zwangsläufig die Kommunisten
der KPD als mit Abstand wichtigster und zumindest zeitweise wirkungsvollster
Teil des Widerstands einen Schwerpunkt. Sie werden kritisch gewürdigt, indem
weder ihre Opfer, noch ihre Verbrechen verschwiegen werden. |
Besprechung
Oliver Steinke: „Wo dein Platz, Genosse, ist…“
Oliver Steinke, Autor mehrerer lesenswerter
historischer Romane, beschreibt in dieser Broschüre den Widerstand von KPD und
anderen illegalisierten Parteien während der Nazidiktatur. In gewohnt
lebendiger Schreibweise präsentiert er mit vielen anschaulichen Beispielen
einen kritischen Streifzug durch die Widersprüchlichkeit der Parteipolitik in
Deutschland. Dabei berührt er auch ein Stückweit Exilpolitik und Spanischen
Krieg und stellt besonders die Diskrepanz zwischen den widerständigen
Notwendigkeiten in Deutschland und der übergeordneten Direktiven aus Moskau
heraus. So hätte der im KL Buchenwald inhaftierte und 1944 ermordete
KPD-Führer Ernst Thälmann von seinen GenossInnen befreit werden können, was
jedoch am Unwillen der Moskauer Zentrale scheiterte. Die SPD wird als
reaktionäre Partei dargestellt, welche durch ihre vielfachen militärischen
Schläge gegen die revolutionären Arbeiterschaft in Deutschland dem
Nazifaschismus erst den Weg bereitet hat und in den dreißiger Jahren die
Listen der politischen Polizei über revolutionäre Arbeiter an die neue
Papen-Regierung übergab, von wo aus sie 1933 schließlich bei den Nazis
landeten. Doch hatten die Arbeiter auf eben jenen Polizeilisten ihren Kampf
schon in den revolutionären Jahren 1918 bis 1920 verloren, wie der Autor es
richtig und mit vielen Beispielen auf den Punkt bringt.
[ganze Besprechung Lesen]
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Sébastien Faure
Die anarchistische Synthese und
andere Texte
herausgegeben, bearbeitet und mit Annotationen versehen von Jochen Knoblauch
Verlag Edition AV, ISBN
3-936049-85-5, 80 Seiten, 9,80 €
„Als bleibende Feinde des
Autoritätsprinzips und seiner unseligen Folgen, werden die Anarchisten nach
dem revolutionären Sturm, sowie vor und während desselben sich darauf
beschränken, die Masse der Arbeiter immer wieder anspornen, sowie ihre
Berater und Wegweiser zu sein. Sie werden die ersten Schritte der Masse
stützen und die Richtung angeben für den endgültig geöffneten Weg der freien
Organisation des sozialen Lebens.“
„’Wohlstand und Freiheit’, jedem
Individuum in seiner weitesten Möglichkeit gesichert, das ist das bleibende
Ziel, auf welches die Anarchisten aller Zeiten ihren ganzen Willen gerichtet
hatten und richten werden.“
Sébastien Faure
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Besprechung
Als Erich Mühsam diesen Aufsatz des französischen
Anarchisten Sebastien Faure (1858-1942) im „FANAL“ Ende 1928 in zwei Teilen
veröffentlichte, war die Sache in Deutschland schon gegessen. Teamfähige
Syndikalisten und Anarchisten standen zusammen auf der einen Seite und
ärgerten sich seit Jahren mit selbsternannten Anarcho-Aristokraten herum, und
die Grenze dazwischen war fest umrissen. Zu den teamfähigen Anarchisten
zählten im deutschsprachigen Raum u.a. Max Nettlau und Erich Mühsam, zu den
Anarcho-Aristokraten beispielsweise Ernst Friedrich, Carl Langer, Rudolf
Oestreich oder Pierre Ramus. Zieht man letztere ab, so könnte der Appell
Faures nach einer anarchistischen Synthese tatsächlich einladend wirken, doch
zu groß war der Einfluß der aufgezählten Egomanen, welche innerhalb weniger
Jahre viele Gruppen gegeneinander aufgewiegelt und gespalten hatten.
Doch worum geht es im Text Faures von der
anarchistischen Synthese genau?
[Ganze Besprechung Lesen]
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Helge Döhring:
Damit in Bayern Frühling werde!
Die syndikalistische Arbeiterbewegung in
Südbayern von 1914 bis 1933.
Verlag Edition AV, Lich/Hessen
2007, 284 S., ISBN 978-3936049-84-8, 17 Euro
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war die aus der Sozialdemokratie
hervorgegangene revolutionäre syndikalistische Arbeiterbewegung in einigen
Betreiben Münchens fest verankert. Wie sie die Kriegszeit überstand, was sie
mit der Revolution und der Räterepublik zu tun hatte und wie sie sich in der
Weimarer Zeit in Südbayern ausbreitete, ist Gegenstand dieses Buches.
Wer waren diese syndikalistischen Arbeiter und was bewirkten sie? Anhand
vielerlei Quellenmaterials führen die Spuren von München ausgehend in die
alte Reichsstadt Augsburg, nach Dachau, Tagmersheim, Pappenheim, Rögling,
Erding, Moosburg bis an den Chiemsee nach Trostberg. Ihre gewerkschaftlichen
Aktivitäten werden hier genauso beleuchtet, wie das Engagement der
Anarcho-Syndikalisten im Kulturbereich. Sie hatten vornehmlich Einfluss auf
dem Gebiet der Sexualaufklärung, in der Freidenkerbewegung und in der
Arbeitersängerbewegung. Dazu kamen Frauen- und Jugendorganisationen. Ihr
größtes öffentlich-kulturelles Werk vollbrachten die Syndikalisten zu Ehren
Gustav Landauers, welchem sie im Münchner Waldfriedhof ein Denkmal
errichteten.
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Besprechung 1
Viele Bücher sind über die Intellektuellen, über
die Bohemiens geschrieben worden.Denkwürdigerweise wurden diejenigen, welche
in den Betrieben für die Ideen Erich Mühsams oder Gustav Landauers eintraten,
einfach vergessen. Bayern, von dem hier die Rede ist, bildete dabei keine
Ausnahme. Was ist dran an der Annahme, dass sich auch in dieser Region Teile
der Arbeiterbewegung nicht nur hinter Bürokratie und Wahlurne scharten? Und:
Sollte es tatsächlich ArbeiterInnen gegeben haben, die Freiheit und
Kommunismus nicht mit den scheinradikalen Phrasen verwechselten, die unter dem
Banner von Hammer und Sichel verbreitet wurden?
[Ganze Besprechung Lesen]
Besprechung 2
Wer sich für die Geschichte des
Anarcho-Syndikalismus interessiert, dem ist in den letzten Jahren sicherlich
der Name Helge Döhring geläufig geworden. Der Bremer Anarchosyndikalist und
Historiker veröffentlichte in kurzen Abständen mehrere Beiträge zur Geschichte
dieser revolutionären Arbeiterbewegung in verschiedenen Regionen Deutschlands
sowie zu verschiedenen Fachfragen. Neben zusammenfassenden Regionalstudien –
zuletzt zum Anarcho-Syndikalismus in Ostpreußen und Baden - publizierte er
2006 ein Standartwerk zu Württemberg. Nun hat Helge Döhring eine weitere Lücke
geschlossen. Soeben erschien sein Buch „Damit in Bayern Frühling werde – Die
syndikalistische Arbeiterbewegung in Südbayern“. Eine grundsolide Arbeit über
die anarcho-syndikalistische Arbeiterbewegung zwischen 1914 bis 1933.
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Besprechung 3
Nachdem das Phänomen des
Syndikalismus, seines Aufstiegs und Niedergangs, in der Geschichtsforschung
lange Zeit primär auf makroökonomische Entwicklungen, insbesondere auf
Anpassungsprobleme an die wirtschaftliche und soziale Modernisierung
zurückgeführt wurde, werden zur Erklärung inzwischen auch die umfassenderen
gesellschaftlichen und existentiellen Interessen der Arbeiter in den Blick
genommen, „nach dem Aufbau der lokalen Gesellschaft […] und nach dem Raum
[gefragt], den sich die Arbeiter in ihr schaffen konnten“. Als eine dezentral
aufgebaute Bewegung, für deren Mitglieder die örtliche Bindung und Dimension
von besonderer Bedeutung waren, verlangt nämlich gerade der Syndikalismus nach
einer lokalhistorischen Untersuchung. (1) Dementsprechend haben vor allem in
den letzten Jahren erschienene Studien und Aufsätze über einzelne Ortsgruppe
der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) Ursprünge und Entwicklung des
deutschen Syndikalismus weiter erhellt und zusätzliche Einsichten bezüglich
dessen ideologischer Basis, Organisationssoziologie und sozialer Struktur
erbracht.
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Hrsg.: Militante Syndikalisten/Syndikalismus.tk
"Nationalrevolutionäre" - Fahrt zur Hölle!
Wie Neonazis einen "nationalen Syndikalismus"
herbeifälschen
In den letzten Jahren hat
ein kleiner Flügel nationalrevolutionärer Neonazis begonnen, an Stelle
national-bolschewistischer oder kommunistischer Texte Theoretiker des
Anarchismus/Syndikalismus wie Rudolf Rocker oder Erich Mühsam in die
rechtsextreme Debatte einzubeziehen. Dabei werden die ursprünglichen Texte
der Anarchosyndikalisten teilweise umgeschrieben und mit nationalistischen
Inhalten verfälscht. Die Broschüre zeigt neben weiteren Texten an Hand
einiger Beispiele auf, wie dieser Rückgriff auf syndikalistische Texte
funktioniert und stellt die Originale den nationalistischen Verfälschungen
gegenüber. Sehr interessant und lesenswert!
http://www.anarchia-versand.net
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A.G.
Amsterdam/FAU Bremen
Notes from the Class Struggle
Small Group workplace Organizing in present-day Germany and the Netherlands
2007, 34 Seiten
Groundless firings,
withheld wages, bad working conditions-these and other abuses are certainly
nothing new. The large mainstream unions are often unwilling to fight and
are losing members and influence as a result. For those employed in
precarious positions, whether as immigrant or flexibilized labor, the state
often offers little or no protection. How can we defend ourselves against
the power of the bosses?
This pamphlet aims to show what small groups and unions can achieve in
workplace disputes. These examples and analyses of successful small-scale
actions should prove instructive to workers in a variety of fields from a
variety of backgrounds, whether they are in the transport or manufacturing
sector, students or illegal immigrants, or are employed in another branch of
industry. The articles collected here show that through creativity,
organization and fighting spirit small groups of workers and activists are
more than able to hold their own against the bosses. With exampels
from Amsterdam, Berlin, Bremen, Hannover u.a.
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FAU
Bremen
Syndikalismus und Räterevolution in Bremen 1918/19
Mit
einem Streifzug über die Gedenkfeierlichkeiten auf dem "Waller Friedhof" bis
heute
Mit diesem Heftchen wollen wir die Geschichte
des Gedenkens aus Sicht derer aufzeigen, die seit über 8 Jahrzehnten im
Schatten offizieller Gedenkpolitik standen. Diese macht sich bis heute an
klassenfriedlichen Organisationen fest, was besonders an der
Denkmalerrichtung veranschaulicht werden kann. Aber wir konnten auch für
unsere Bewegung eine Kontinuitätslinie wiederentdecken ausgehend von der
Beteiligung von Syndikalisten der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD)
an den Kämpfen, über das Gedenken unserer anarcho-syndikalistischen
KameradInnen in den Zwanziger Jahren auf dem Waller Friedhof bis zum
Wiederkehren der jährlichen Gedenken der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter
Union (FAU) in unserer Zeit.
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Besprechung
Zwei Broschüren zur Geschichte der FAUD in Bremen und
Baden
In den
letzten Jahren hat sich die FAU Bremen zu einer wahren Produktionsschmiede für
regionalgeschichtliche Studien und Untersuchungen der gewerkschaftlichen
Praxis der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) entwickelt. Mit
„Syndikalismus und Räterevolution in Bremen 1918/19“ und „Zur Geschichte der
syndikalistischen Arbeiterbewegung in Baden“ liegen nun zwei weitere
Veröffentlichen aus der Hansestadt vor.
Evolution
statt Putschismus
In der
ersten, sehr gelungenen Broschüre befasst sich der Historiker Helge Döhring
mit der Rolle der SyndikalistInnen in der Bremer Räterevolution von November
1918 bis Februar 1919. Die Bremer SyndikalistInnen standen, wie im Übrigen
auch ihre GenossInnen bei ähnlichen Versuchen in anderen Teilen des Reiches,
der Räterepublik skeptisch gegenüber. Sie setzten nicht wie die KommunistInnen
auf gewaltsame Kraftakte einer revolutionären Minderheit, sondern auf die
Gewinnung der Massen, auf die bewusste Aktion, die Ausrufung des
Generalstreiks. Dennoch standen sie nicht abseits und gewannen so an Einfluss
unter den ArbeiterInnen. Die Bremer KPD sah sich deshalb dazu gezwungen, in
ihrer Zeitung gegen sie zu agitieren und den syndikalistischen Flügel 1919 aus
der Partei zu drängen. Während der Niederschlagung der Räterepublik waren
syndikalistische GenossInnen aktiv an ihrer Verteidigung beteiligt. Unter den
29 im Gefecht gegen Freikorpstruppen getöten Rätekämpfern befanden sich zwei
Syndikalisten. Im zweiten Teil der Broschüre wenden sich die Herausgeber den
alljährlichen Gedenkfeierlichkeiten der syndikalistischen Bewegung am Denkmal
für die Gefallenen der Räterepublik zu, die seit 2000 wieder im Schatten der
parteioffiziellen stattfinden.
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