Das Informationsportal zur Geschichte der syndikalistischen Arbeiterbewegung

 

www.syndikalismusforschung.info

 


Über diese Seite

 

Aktualisierungen

 

Neuerscheinungen

 

Allgemeine Darstellungen

 

Regionales

 

Biographisches

 

Weiteres Schriftwerk

 

Textsammlung nach Autorinnen und Autoren

 

Ein virtuelles Museum

 

Autorenbereiche

 

Linkliste

 

Kontakt

 

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite am:

08.01.2010

 

 

Webseiten am besten geeignet für Opera

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzlich Willkommen auf Syndikalismusforschung.info!

 

Aktuelles und Neuerscheinungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Download im PDF-Format hier

Helge Döhring

Fragmente zum Reichsarchiv der FAUD

Inzwischen fragen sich Generationen von Interessierten, wo das Reichsarchiv der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) sich befindet. Dieses wurde auf dem 18. FAUD-Reichskongress im Jahre 1930 offiziell eingerichtet. Darüber, weshalb das Archiv aufgebaut wurde, was dort gesammelt werden sollte, wer es betreute, und wem es auf welche Weise zur Verfügung stehen sollte, geben die hier dokumentierten Textauszüge Auskunft. Trotz der Tatsache, dass die FAUD-Ortsvereine dazu verpflichtet wurden, Archivalien einzuschicken, war die Beteiligung doch eher schwach. Das lag jedoch nicht speziell am Archiv. Es mangelte genauso an Beitragszahlungen und selbst wichtige interne Fragebögen wurden von etwa der Hälfte der FAUD-Ortsvereinigungen nicht an die Geschäftskommission der FAUD zurückgeschickt. Stets gab es einen festen Mitgliederstamm, um welchen sich vakante Mitgliedschaften gruppierten, beispielsweise Beitragssäumige oder auch neue Gruppen. Das Reichsarchiv dürfte nur vereinzelt beschickt worden sein. Regional wurde es in der Bewegung kaum thematisiert, die Beschickung wurde offenbar so nebenbei getätigt. Dennoch: für so manche Regionalforschung wären die damaligen Materialien umso mehr von Bedeutung, je kleiner die zu untersuchenden Gruppen sind, da es hier oft nur Bruchstücke von Überlieferungen gibt. Wahrscheinlich sind die meisten Materialien aus Leipzig, Berlin und aus dem Rheinland geschickt worden wegen der geographischen Nähe zum Archiv und ihrer generellen Rolle als tragende und zuverlässige Kerngruppen der Organisation. Die Organisation zählte im Jahre 1930 keine 10.000 Mitglieder mehr, 1932 keine 5.000.

[Ganzen Artikel lesen]

 

Besprechung

„Mit 20 Jahren ist man zwangsläufig Poet, außer man ist schon tot geboren worden“

Besprechung: Abel Paz: Im Nebel der Niederlage 

Beim Verlag Edition AV ist jüngst der dritte Teil der Biographie des Spanienkämpfers Abel Paz erschienen. Offen kämpfte das spanische Proletariat gegen die Faschisten, denn es erhob sich würdevoll und ließ sich nicht beschwichtigen gegen diesen Todfeind. Daraus entstand das beeindruckendste Kapitel der bekannten Menschheitsgeschichte: Die spanische Revolution von 1936. Der Autor Abel Paz nahm als Jugendlicher in Barcelona an ihr teil und erzählte in seinen ersten beiden Bänden vor den anschaulich dargestellten Hintergründen sein Wirken in dieser Zeit.

Flucht

 

Anfang 1939 mußten die Kämpfer jedoch ihre Sachen packen, und vor den vorrückenden Faschisten weichen, wollten sie nicht gleich in den Untergrund gehen oder sich ihnen ausliefern. So strömten hunderttausende Spanier an die französische Grenze. Dort erwartete sie zumeist die Internierung in Lager unter menschenunwürdigen Bedingungen, Nahrungsmangel, desolaten hygienischen Verhältnissen und mangelnden Perspektiven. Kaum jemand hatte ein Interesse an ihnen, den einzigen, die gegen den Faschismus in Europa wirklich aufgestanden sind und gekämpft hatten! Abel Paz landete nicht sofort in einem Internierungslager, sondern versuchte, sich zusammen mit Freunden in Frankreich anderweitig durchzuschlagen, von Ort zu Ort mit je unterschiedlichen Bedingungen, jedoch nur kurzen Aufenthalten. Dann ging es weiter zum nächsten Unterschlupf. Wurde er von der französischen Polizei gefangen, gelang ihm die Flucht.

 [Ganze Rezension lesen]

 

Barrikade zwo - November 2009 - Inhalt:
 

Bezug über Syndikat-A, Moers -- www.syndikat-a.de ; syndikat-a[at]fau.org
36 Seiten A 4 -- empf. VK-Preis: 3,- €uro
Der 9. November -- ein deutsches Datum
Interview mit dem ICEA -- Spanien -- Institut Wirtschaftswissenschaften und Selbstverwaltung (CNT-AIT nahe)
Schwerpunkt:
Die unüberbrückbare Kluft - »Lakaien der Konterrevolution«
Die ideologische Auseinandersetzung zwischen der FAUD und der AAUD 1921
Artikel aus dem Syndikalist und dem Kampfruf, Berichte der Politischen Polizei
Die IWW und die Allgemeine Arbeiter-Union -- Eine notwendige Klarstellung -- Paul Mattick (1928)
 Eine Auseinandersetzung zwischen IWW und AAU
Der Konterrevolutionär StD. Dr. Joachim Paschen - »Frieden, Freiheit, Brot!«
Eine politisch-historische Auseinanderswrtung mit dem Historiker um sein rechtsextremen Positionen huldigendem Buch zur Hamburger Revolution 1918/19
Rezensionen:
Richard Müller -- Der Mann hinter der Novemberrevolution
Mit geballter Faust in der Tasche -- Eine schwedische Klassenreise, die Auseinandersetzung zwischen Arbeiterklasse-Aktivist/innen und der Mumin-Linken

Besprechung

Fundierter - Stabiler - Barrikade Nr. 2!

Das bringt die neue „Barrikade“, die „Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus“ aus Hamburg in ihrer Ausgabe vom November 2009:

Was ist konkret machbar auf dem ökonomischen Sektor? Wie kann ein Umwandlungsprozeß der Wirtschaft durch die anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften vor sich gehen. Zur Beantwortung dieser Fragen gibt es in Spanien das „Institut für Wirtschafts- und Selbstverwaltungswissenschaften“, welches eng mit den anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften des Landes zusammenarbeitet, um Strategien eines selbstverwalteten Transformationsprozesses zu entwickeln. In der „Barrikade“ werden mit einem ausführlichen Interview diese Ideen vorgestellt. Sehr lesenswert! Mehr findet sich auf: http://www.iceautogestion.org

Passend zum November findet sich ein Überblick über die Jahrestage am 09. November von 1848 bis 1989. Tiefer gehend ist die zentrale Auseinandersetzung um Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen Unionismus und Syndikalismus. Hierzu werden anhand von Originaldokumenten sehr treffend und in exquisiter Auswahl zentrale Texte beider Richtungen der freiheitlich-emanzipatorischen Arbeiterbewegung nebst damaliger Polizeieinschätzung dargelegt. Dies ist ein sehr wichtiger und bisher kaum geleisteter Beitrag zur Ausdifferenzierung dieser allgemeinen radikaleren Bewegung für die ersten Jahre nach 1918. Ausführlich, aber nicht langatmig angelegt, kann sich der Betrachter hier eine Meinung bilden und gut abwägen: In diesem sehr pluralistischen Beitrag zur gewerkschaftspolitischen Bildung mit Originalbeiträgen u.a. von Carl Haffner, Karl Roche, Rudolf Rocker, der „Kommunistischen Arbeiterzeitung“ (KAZ), der „Roten Fahne“, dem „Kampfruf“ und der Politischen Polizei!

[ganze Rezension lesen]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Veith

 

Georg Glaser, ein vergessener Genosse und sein Buch „Geheimnis und Gewalt“

 

Bücher und Berichte über die Zeiten der Weimarer Republik gibt es viele. Besonders aus der Sicht der Herrschenden oder der Mittelschicht, die diese als „die goldenen Zwanziger Jahre“ verfälschend schönschreiben. Auch von proletarischer Seite gibt es einiges an Berichten über diese Zeit, oftmals mit lokalen oder regionalen Schwerpunkten. Doch haftet diesen Veröffentlichungen genauso oft der Beigeschmack sozialdemokratischer oder kommunistischer „Parteiwahrheiten“ an.

Ganz anders, und mit nichts mir Bekanntem zu vergleichen, ist hier das Buch von Georg Glaser „Geheimnis und Gewalt“.

Anders als bürgerliche Darstellungen, in denen die Arbeiterklasse nur als „Objekt“ vorkommt, als stumpfe Manövriermasse ohne Gesicht, sowie den sozialdemokratischen und kommunistischen Darstellungen, in denen der Klasse oftmals nur positive Eigenschaften zugeschrieben werden, sie nahezu ausschließlich als „Kollektiv“ auftritt und die einzelnen Menschen in ihm „versteckt“, zeigt Georg Glaser auf, wie es mit ziemlicher Sicherheit wirklich war. Um es vorwegzusagen: Als ich Georg Glaser „entdeckte“ war es, wie auf eine Offenbarung gestoßen zu sein.

[Ganzen Artikel lesen]

 

Hans Jürgen Degen
"Die Wiederkehr der Anarchisten"
Anarchistische Versuche 1945-1970


Im gesamtgesellschaftlichen politischen Rahmen, in seiner politischen Wirksamkeit war der Anarchismus in Deutschland nach 1945 marginal. Dennoch hat er unzweifelhaft Denkanstösse und Impulse für vielfältige politische Diskussionen abgegeben. Offengelegt wurde dies von verschiedenen Autoren (s. z.B. Kapitel III.: Anar-chismus-Rezeption) und Forschern (siehe z.B. Kapitel II.: Einleitung); nicht zuletzt auch von Publizisten (siehe z.B. Kapitel VI.: Arnold Künzli). Auch Hans-Joachim Bloch, Direktor beim BRD-Verfassungsschutz, notabene kein Sympathisant des Anarchismus, entdeckte (zwar eingeschränkt) 1989 Positives im Anarchismus: „Der Anarchismus hat schon frühzeitig Kritik an den Gefahren der modernen Zivilisation geübt – und damit einen gewissen Realitätssinn bewiesen. Um so unver-ständlicher ist sein grenzenloser, gefährlicher Optimismus hinsichtlich der Anarchie: Ist einmal der Staat beseitigt, dann wird sich alles zum Guten wenden!“

ISBN 978-3-86841-015-0
523 Seiten
24,50 €

 

Besprechung

 

Oasen in der Wüste?

 

Nach dem Buch über die Föderation Freiheitlicher Sozialisten im Jahre 2002 brachte Hans Jürgen Degen nun ein zweites Buch über die freiheitlich-emanzipatorische Bewegung in Deutschland der Jahre von 1945 bis 1970 heraus mit dem Titel „Die Wiederkehr der Anarchisten“. Anarchistische Versuche 1945-1970. Wie der Titel schon sagt, hat das Buch mit Syndikalismus im Allgemeinen nicht viel zu tun, stattdessen finden sich eine Menge Anarchogruppen und Protagonisten, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Für Syndikalisten sind interessant die biographischen Skizzen und Versatzstücke derjenigen, die vor und nach 1945 der syndikalistischen Bewegung angehörten, ob als Syndikalisten oder eher als Anarchisten, und auch in diesen anarchistischen Kreisen nach 1945 mitwirkten. Dazu zählen Hans Weigl aus München, Georg Hepp aus Frankfurt, Curt Moeller aus Aachen, Willi Paul aus Kassel, Hermann Ritter, Helmut Rüdiger, Rudolf Rocker, Augustin Souchy (mit eigenem Kapitel) und, was kaum bekannt ist: Friedrich Harjes aus Worpswede, welcher Anfang der 1920er Jahre Gründungsmitglied der dortigen FAUD war; eine der wenigen landwirtschaftlich orientierten Gruppen in dieser anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft. Besonders interessant sind die Kapitel zum „Bund freier Sozialisten und Anarchisten“ und dem Organ „Neues Beginnen“/“Zeitgeist“, das Kapitel zu Erich Gerlach, einem langjährigen niedersächsischen MdL (SPD), der dem Syndikalismus sehr nahe stand und eines zu Augustin Souchy.

 

[ganze Rezension lesen]

 

Früher Abschied - in memoriam Horst Stowasser

 

Am 7. September 2009 wurde in Neustadt an der Weinstrasse unter Anteilnahme zahlreicher Freunde, Genossen und Weggefährten Horst Stowasser bestattet. Für viele ist es immer noch unfassbar, dass der Tod so plötzlich einen der bedeutendsten Köpfe des deutschen Nachkriegsanarchismus mitten im produktivsten Schaffen überrascht und aus dem Leben gerissen hat. 

 

Ich lernte Horst in einem der vergangenen Winter kennen, als er mit seinem Bruder Mecklenburg bereiste. Bei strahlendem Sonnenschein kamen sie an, und bei klirrendem Frost machten sie sich erst einmal auf den Weg zum nahegelegenen See. Hier wurden sie unvermutet von einem Schneesturm überrascht, der dem Spaziergang ein Ende bereitete. Beim anschließenden Auftauen im Haus lernten wir uns dann bei heißen Getränken näher kennen. Kontakte wurden geknüpft und fruchtbare Ideen entstanden. Im Nachhinein gesellte sich sogar eine mißlungene Geschäftsidee dazu. Die Abreise der Stowassers gestaltete sich etwas schwierig, da der moderne Mercedes-Sprinter im halbmeterhohen Schnee des Wilden Ostens stecken geblieben war. In diesem Gewusel vergaß Horst seine am Ofen trocknenden Socken. Um die krisengeschüttelte finanzielle Situation des Hauses aufzubessern, waren wir drauf und dran die Stowasser-Socken bei E-bay zu versteigern - und nur das Verschwinden dieser im Chaos der Baustelle, verhinderte ihre gewinnträchtige Veräußerung. Als Horst in diesem Sommer erneut in Mecklenburg weilte, hatte das Wetter ein Einsehen. Die wenigen gemeinsamen Stunden verbrachten wir bei strahlender Sonne im Grünen, bei intensiven Gesprächen, Austausch von Literatur und dem Besprechen weiterer Zusammenarbeit. Das Energiebündel mit Zigarre war sichtlich erfreut, dass sein langjähriger Traum - die Eröffnung des An-Archivs in den Räumen des Eilhardshofes - in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen sollte. Mit sichtlichem Humor erzählte Horst dabei Anekdoten, aus seiner Zeit - der "neuen anarchistischen Generation".

[Weiter lesen]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Aufnahmen entstanden bei der Trauerfeier für Horst Stowasser am 7. September 2009 auf dem Friedhof in Neustadt an der Weinstraße.

 

Horst Stowasser ist tot

 

Kaum zu glauben war für uns die Nachricht von dem Tod unseres Genossen Horst Stowasser am 30. August 2009. Nur wenige Tage zuvor trafen wir uns in Mecklenburg, wo Horst Urlaub machte, und schmiedeten gemeinsame Pläne und Vorhaben. Vor allem an der im nächsten Jahr anstehenden Eröffnung des An-Archivs konnten wir uns nicht genug erfreuen.

Voller Pläne und Elan - viel zu früh aus unserer Mitte gerissen - Du wirst uns fehlen Genosse!

 

Valentin Tschepego
im Namen der Redaktion
www.syndikalismusforschung.info

 

Syndikat-A (Hg.): Reihe: Anarcho-Syndikalismus heute. Die zweite Broschüre

Mit dieser Broschüre vervollständigen wir den Einstieg in unsere Reihe „Anarcho-Syndikalismus heute“. Themenschwerpunkte sind hier unter anderem die verschiedenen Organisationsformen der basisdemokratisch orientierten Arbeiterbewegung, die Stärken und Schwächen einer anarcho-syndikalistischen Organisierung, der problematische Spagat zwischen dem „Hier und Jetzt“ und der Zielsetzung eines libertären Kommunismus und die Wichtigkeit einer anarchosyndikalistischen (Gegen)Kultur.
Abgerundet wird die Textsammlung von einer aktuellen Bestandsaufnahme der Aktivitäten unserer Organisation.

Syndikat-A: Anarcho-Syndikalismus heute. Die zweite Broschüre, Moers 2009, 54 Seiten, 3,50 Euro,

www.syndikat-a.de

 

 

Besprechung

 

Anarcho-Syndikalismus heute - Band Zwei

Die zweite Broschüre zu „Anarcho-Syndikalismus heute“ aus dem Verlag Syndikat-A gibt eingangs einen Überblick über aktuelle Strömungen jenseits des Parteiensozialismus, beleuchtet Ansätze des Rätekommunismus, Unionismus u.a. Und dies mit historischem Hintergrund und auf internationaler Ebene. Als Höhepunkt wird der Fokus dieses ersten und längsten Textes der Broschüre auf die Organisationen des Syndikalismus gerichtet als Perspektive. Am Ende werden auch eigene auftretende Widersprüche als Fragen formuliert, welche sich die anarcho-syndikalistische Bewegung stellt und sich auf verschiedene Weisen annähert.

[ganze Rezension lesen]

 

Karl Roche: Sozialismus und Syndikalismus

Roche ist einer der führenden Propagandisten der wiedererstandenen »Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften« nach dem I. Weltkrieg und in der Novemberrevolution. Er ist Geschäftsführer der »Syndikalistischen Föderation Hamburg«. Neben einer umfangreichen Vortragstätigkeit vor allem im norddeutschen Raum schreibt er für den Syndikalist und veröffentlicht vier der wichtigsten programmatischen Texte der FVdG im ersten Revolutionsjahr:
* Was wollen die Syndikalisten? Programm, Ziel und Wege der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften * Einheitslohn und Arbeitersolidarität * Zwei Sozialisierungsfragen. 1. Wer soll sozialisieren? * Organisierte direkte Aktion, Berlin 1919
Das Archiv Karl Roche versteht sich als Regionales Archiv zur Dokumentation des Anarchosyndikalismus in Hamburg, das die Geschichte dieser Bewegung in Hamburg-Altona und Umgebung, dem ehemaligen Groß-Hamburg, dokumentieren möchte. Ziel der Archiv-Forschung soll die Aufarbeitung des geschichtlichen Anteils derjenigen Genossinnen und Genossen sein, die für den freiheitlichen Sozialismus und Anarchismus gekämpft haben. Der Verdrängung dieses Teil der radikalen Arbeiterbewegung soll entgegen gewirkt werden. Namensgeber ist der aus Königsberg stammende Hamburger Genosse Karl Roche – eine führende Persönlichkeit beim Aufbau der FAUD/S. Er verstarb am 1. Januar 1931 in Hamburg.

Karl Roche: Sozialismus und Syndikalismus. Agitationsschriften aus dem Jahre 1919, herausgegeben vom Archiv Karl Roche, Hamburg, 2009, 68 Seiten, ISBN 978-3-9810846-5-8, 3,50 Euro. Zu beziehen über den Syndikat A Medienvertrieb (Moers), www.syndikat-a.de

 

Besprechung

 

Karl Roche: Sozialismus und Syndikalismus

Karl Roche, 1862 in Königsberg geboren, gilt als einer der aktivsten Propagandisten der anarcho-syndikalistischen Bewegung in Deutschland. Der Hamburger war begabter Organisator, Redner und Schreiber zugleich. Seine Broschüre über die Zentralverbände - „Aus dem roten Sumpf“ - ist längst ein Klassiker und verhackstückt die sozialpartnerschaftlichen „Gewerkschaften“. Zunächst dortselbst aktiv, schloß sich Roche schon vor dem Ersten Weltkrieg der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften an, und wurde zu einem der wichtigsten Agitatoren Norddeutschlands und darüber hinaus. Für den „Syndikalist“ beispielsweise schrieb er so viele Artikel, dass er sich mehrere Pseudonyme zulegen musste. In Hamburg trat Karl Roche den Wettkampf um die Belegschaften der Großbetriebe gegen die lobbybehafteten späteren Nationalbolschewisten Fritz Wolfheim und Heinrich Laufenberg an. Ihre Gesamtpräsenz dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass zum einen Lenin seine weltbekannte Schrift vom „linken Radikalismus“ aufsetzte, und dadurch zum zweiten fortan Linkskommunismus, Rätekommunismus und Syndikalismus bis in die heutige Zeit munter durcheinandergewürfelt wurden.

[ganze Rezension lesen]

 

In eigener Sache: Im Mai 21.209 Seitenaufrufe

 

Die erfreuliche Entwicklung zunehmender Seitenaufrufe von Syndikalismusforschung.info hält an. Im Mai 2009 wurden unsere Seiten genau 21.209mal aufgerufen. Für ein recht junges Projekt wie das unsere eine hocherfreuliche Entwicklung. Seit dem Start am 17. Dezember 2007 ist die Tendenz permanent steigend. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor, im Mai 2008 wurde Syndikalismusforschung.info 7872 mal aufgerufen.

 

Syndikalismusforschung.info hat sich zu einem wichtigen Anlaufpunkt für alle an der Geschichte der syndikalistischen Bewegung in den deutschsprachigen Gefilden Interessierten entwickelt. Viele an der Geschichte der Arbeiterbewegung interessierte Webseiten haben Syndikalismusforschung.info mittlerweile verlinkt. Vielen Dank dafür. Beiträge auf den Seiten dienen auch nicht selten als Referenz für eigene Beiträge. Neben den aktuellen Beiträgen auf der Startseite erfreut sich besonders unser virtuelles Museum zur Geschichte der syndikalistischen Arbeiterbewegung in Deutschland großer Beliebtheit, und rangiert auf dem zweiten Platz der meisten Seitenaufrufe, gefolgt von der Textsammlung und den stets aktuellen Buchbesprechungen.

 

Zu unseren Leserinnen und Lesern gehören erfreulicherweise nicht nur Menschen im deutschen Staatsgebiet. Zu den Top 10 der länderübergreifenden Zugriffe zählen nach Deutschland auf dem zweiten Platz die USA, gefolgt von Österreich, Großbritannien, der Schweiz, Russland, Luxemburg, Griechenland, Frankreich, den Niederlanden und Irland. Ein schönes Beispiel für den internationalen Geist und Charakter unseres Publikums.

 

Das Team von Syndikalismusforschung.info

 

 

Syndikat-A (Hg.): Reihe: Anarcho-Syndikalismus heute.

Dies ist die erste Broschüre einer geplanten Reihe zum Thema „Anarcho-Syndikalismus heute“. Sinn und Zweck dieser Broschüren-Reihe ist es, grundsätzliche Überlegungen und auch Diskussionen in unserer Organisation, der FAU, zu dokumentieren. Damit ist die Hoffnung verbunden, dem heutigen Anarcho-Syndikalismus im Allgemeinen und der FAU im Besonderen ein inhaltlich schärferes Profil zu geben. Die hier vorliegenden Texte haben einen allgemeinen Charakter. Spätere Broschüren werden konkrete Schwerpunktthemen zum Inhalt haben.

Die erste Broschüre, Syndikat-A, Moers 2009, 2.50 Euro

Direkt Link zur Broschüre

 

Besprechung

 

Anarcho-Syndikalismus heute

 

Der Verlag und Vertrieb Syndikat-A aus Moers bringt eine Broschürenreihe zum aktuellen Anarcho-Syndikalismus in Deutschland heraus. Die erste Broschüre enthält spannende strategische und zusammenfassende Beiträge zur Entwicklung des Anarcho-Syndikalismus der 80/90er Jahre:

Anarcho-Syndikalismus – Ja oder Nein? (1980) von Herbert Wieder 

Der Anarcho-Syndikalismus ist mehr als eine militante Gewerkschaftsbewegung (1991) von der FAU-Moers 

Die FAU im 15. Jahr (1991) von der FAU-Frankfurt

Anarcho-Syndikalismus ist nicht links (2002) von Helge Döhring (FAU-Bremen).

 

[ganze Rezension lesen]

 

Errico Malatesta – Ungeschriebene Autobiografie. Erinnerungen 1853-1932.

Herausgegeben von Piero Brunello und Pietro Di Paola. Aus dem Italienischen Übersetzt von Egon Günther.

Edition Nautilus, 2009, ISBN: 978-3-89401-594-7, 220 Seiten, 16,90 Euro

 

Malatesta (1853–1932) hat sich immer geweigert, seine Autobiografie zu schreiben. Er hielt sie angesichts der krisengeschüttelten Weltlage für unerheblich. Trotzdem liest sich sein Leben wie ein Abenteuerroman: Auf der Flucht vor der Polizei quer durch die Länder der Welt lernte er die bedeutendsten Zeitgenossen der internationalen Aufstände kennen. Obwohl aus wohlhabender Familie, engagierte er sich schon sehr früh politsch und wurde als Vierzehnjähriger zum ersten Mal verhaftet. 1871 warf man Malatesta wegen Teilnahme an einer Demons­tration von der Universität. Er trat der italienischen Sektion der Internationale bei, traf 1872 Michail Bakunin in der Schweiz. 1877 war Malatesta an einem bewaffneten Aufstand in Kampanien beteiligt. Sie verübten einen Brandanschlag auf das Finanzamt und erklärten das Ende der Monarchie. Der Aufstand wurde durch das Militär schnell niedergeschlagen. Malatesta war gezwungen, das Land zu verlassen.
Im Laufe der folgenden Jahre lebte und agitierte er in Ägypten, in der Schweiz, in Rumänien, London, Argentinien, Belgien, Malta, den USA und immer wieder auch in Italien, wo er mehrfach verhaftet wurde. Malatesta gründete mehrere anarchistische Zeitschriften, organisierte Streiks und Demonstrationen. Unter der faschistischen Diktatur Mussolinis arbeitete er als Elektriker in Rom, wo er 1932 fast 80-jährig starb.

 

Besprechung

 

Wir wollen siegen – und wir werden siegen!

 

Errico Malatesta ist einer der Genossen der anarchistischen Bewegung, welcher auch heute noch, 77 Jahre nach seinem Tod, zu den bekanntesten Menschen dieser revolutionären und freiheitlichen Bewegung gehört. Auch in Deutschland finden sich Titel seiner Schriften auf den aktuellen Büchertischen. Seine Gedanken und Überlegungen über Anarchismus, Gesellschaft und Revolution sind noch heute präsent, und manche seiner Bücher wurden sogar als Raubdrucke neu aufgelegt, um den Verkaufspreis niedrig zu halten und eine größere Verbreitung seiner Schriften zu ermöglichen. Dabei war Malatesta, in späteren Jahren Mitbegründer und Redakteur der heute noch erscheinenden anarchistischen italienischsprachigen Wochenzeitung Umanita Nova, keinesfalls nur ein anarchistischer Theoretiker. Malatesta war ein aktiv handelnder anarchistischer Revolutionär, der an zahllosen Aufständen und Aufstandsversuchen teilnahm, und dem eine Beliebtheit und Sympathie entgegengebracht wurde, die revolutionäre- und Arbeiterkreise weit übertraf.

 

[ganze Rezension lesen]

 

Unser Abschied von Abel Paz (1921-2009)

 

 "Denn je stärker das Selbstwertgefühl des Volkes ist,

desto schwächer wird die Macht des Staates."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abel Paz vor dem Bremer Denkmal für die Kämpfer der Bremer Räterepublik mit Genossinnen und Genossen im Sommer 2003

Abel Paz wurde am 12. August 1921 im spanischen Almeria geboren. Er wuchs in einer anarchistischen Familie auf und hatte so seit Kindesbeinen Verbindung mit der anarcho-syndikalistischen Bewegung. In seiner Jugend gründete er zusammen mit Genossen die Gruppe "Los Quijottes del Ideal" und nahm am sozialen Aufbau während der spanischen Revolution teil. Die spätere Teilnahme an der Guerilla 1942 in Spanien brachte ihm eine 11-jährige Haftstrafe ein, die er mit gesundheitlichen Schäden, aber geistig ungebrochen überstand.

 

Wer schon einmal einer überwiegend von Studierenden besuchten Veranstaltung mit dem Zeitzeugen der Spanischen Revolution, Abel Paz, beigewohnt hat, wird diese möglicherweise enttäuscht wieder verlassen haben. Eingenebelt vom eigenen Zigarrenqualm und auf einem Sessel gemütlich zurückgelehnt, lässt dieser kleine, gebrechlich erscheinende über 80-jährige Mann kaum eine Gelegenheit aus, auf Fragen zur revolutionären Geschichte Spaniens mal lakonisch, mal barsch zu reagieren. Manchmal wirkt er geradezu griesgrämig. Er weiß es und spielt mit dem Publikum, lässt es auflaufen. Die Spanische Revolution sei Vergangenheit, unwichtig für heute. Auch bei Fragen zur Gegenwart gibt er sich eher verschlossen.

Wer dort jedoch den Büchertisch aufsucht, wird feststellen können, dass Abel Paz nicht nur als Biograph Durrutis sehr viel zu erzählen hat, sondern auch seine eigenen Lebenserfahrungen in erkenntnisreichen Sätzen zusammenfassen kann.

[Weiter]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Info-und Werbeflyer hier als PDF

Weitere Infos zum Buch hier

Blog zum Buch hier

Martin Veith: Eine Revolution für die Anarchie. Zur Geschichte der Anarcho-Syndikalistischen Jugend (ASJ) im Großraum Stuttgart 1990 - 1993

& Helge Döhring: Aus den Trümmern empor! Anarcho-Syndikalismus in Württemberg 1933 – 1956

Verlag Edition AV, Lich 2009, ISBN 867-3-86841-005-1, 380 Seiten, 22 €

 

„Wer auf eine entschlossene Angreiferschaft Eindruck machen will, muss ihnen keine Schwüre und Kampfgesänge in die Ohren plärren, sondern ihnen Beweise eigner tatkräftiger Initiative liefern“

Erich Mühsam (1932) 

 

„Nur eines hätte unsere Bewegung stoppen können - wenn unsere Gegner ihr Prinzip verstanden hätten und vom ersten Tag an den Kern unserer neuen Bewegung mit aller Brutalität zerschlagen hätten“

Adolf Hitler (1934)

Dieses Buch beschreibt und analysiert die erfolgreiche Gruppe und Aktivität der militanten „Anarcho-Syndikalistischen Jugend“ (ASJ) im Großraum Stuttgart in der unmittelbaren Nachwendezeit 1990 bis 1993. Getragen wurde sie von mehreren Dutzend Jugendlichen, welche sich mutig und nachhaltig gegen den zu dieser Zeit mächtig aufkommenden (Strassen-) Terror der Neonazis einsetzte und darüber hinaus verschiedene anarchistische Aktivitäten entfaltete, darunter eine Wahlboykottkampagne, 1. Mai-Demonstrationen, Proteste gegen den Golfkrieg, eine Hausbesetzung und einen erfolgreichen Streik. Erzählt wird die Geschichte von einem ehemaligen Mitglied der Gruppe, welches aus einer zeitlichen Distanz von über 15 Jahren die Geschehnisse Revue passieren lässt, die Lehren daraus reflektiert, ihre Aktualität deutlich aufzeigt und zu vermitteln weiß. Nicht zuletzt über ein vertiefendes analytisches Gesprächsinterview und Beiträge anderer ehemaliger MitstreiterInnen unter der Fragestellung: Was ist aus den Aktiven geworden, wie denken sie heute über ihre Zeit damals in der ASJ? Der zweite Teil des Buches arbeitet die Geschichte des Anarcho-Syndikalismus in Württemberg von 1933 bis in die 50er Jahre hinein auf. Im Mittelpunkt steht dabei der Prozeß gegen 13 syndikalistisch-anarchistische Angeklagte vor dem Oberlandesgericht Stuttgart im Jahre 1936. Der Prozeßverlauf, die Haftzeiten, sowie die Folgen dieser Strapazen für die Bewegung nach 1945 sind zentraler Bestandteil dieser Untersuchung, genauso wie die Wandlung dieser einstigen anarcho-syndikalistischen Klassenkampfbewegung hin zu einer anarchistischen Kulturbewegung. Die dabei aufgeworfenen Fragen stellen sich bis heute ähnlich, die Fakten sind für gewohnte anarchistische Denkmuster bisweilen irritierend.

 

Besprechung

 

Jenseits des Betroffenheitsgedusels

Die Geschichte der ASJ 1990-93 und der FAUD nach 1933 in Baden-Württemberg haben Martin Veith  und Helge Döhring in zwei Teilen in dem Buch „Eine Revolution für die Anarchie“ zusammengebracht.

Um es gleich vorweg zu schicken: Das Buch von Martin Veith ist Erinnerung und Kampfansage – es ist Feuerwerk! Seine provokanten Einsichten werden Widerspruch hervorrufen, vor allem bei jenen, die sich der Straßengewalt von Neonazis zwar theoretisch nähern, den Erfahrungshorizont eines Alltags aus permanenter Bedrohung, Einschüchterung, Angst, Wut und Hass jedoch nicht kennen. Vielleicht können gerade deshalb AntifaschistInnen in den Ost-Bundesländern, einigen Regionen im Westen, vor allem aber MigrantInnen sich sehr viel eher mit dem Anliegen des Autoren identifizieren als diejenigen, die sich nur „betroffen“ fühlen. Sicher jedoch ist, dass dieses Buch von allen mit Gewinn gelesen werden kann, die eine antifaschistische Praxis aufweisen bzw. diese entwickeln wollen. Es reiht sich ein in die Tradition von Überlieferungen, die mit Truus Mengers „Im letzten Augenblick“ und dem auch hier mehrfach erwähnten „The 43 Group“ von Morris Beckman bisher ihresgleichen suchten. Nur schreibt der Autor nicht  über die Widerstandsgeschichte vor mehr als 60 Jahren, sondern über die Jugendgeneration Anfang der 90er Jahre.

[ganze Rezension lesen]

 

Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit - Nr.18

Wenn auch im nach 5 Jahren mal wieder erschienenen stets lesenswerten „Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit“ (AGWA) diesmal, mit Ausnahme einiger Buchbesprechungen, nicht viel zu speziell syndikalistischer Thematik zu finden ist, so ist doch das Vorwort, besser gesagt der letzte Abschnitt äußerst interessant als Kritik am kapitalistischen Wissenschaftsbetrieb und ähnelt damit den Auffassungen einer unabhängigen, tatsächlich freien und damit unbefangenen Syndikalismusforschung im Sinne der arbeitenden Klasse, wie wir sie hier präsentieren wollen.

Nun folgen noch die Angaben zum AGWA, und dann kommt das Vorwort zum Genießen: 

„Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit“, Nr. 18, ISBN 978-3-88663-418-7, 24 Euro, 787 Seiten, zu bestellen auch über Syndikat-A

AGAW Vorwort

[Vorwort lesen]

 

 

Thorsten Bewernitz (Hrsg.): Die neuen Streiks

 

»Der Streik kehrt zurück« titelte die anarchosyndikalistische »Direkte Aktion« bereits 2006. Der einjährige Streik bei dem Flughafen-Caterer ›Gate Gourmet‹, die Streiks der Bosch-Siemens-Haushaltgerräe in Berlin, bei AEG, der wilde Streik 2004 bei Opel Bochum und viele andere Beispiele scheinen das zu bestätigen. Auch nach 2006 hat es das Phänomen Streik mit den Arbeitskämpfen bei der Telekom und insbesondere mit dem Arbeitskampf der GDL in die Medien geschafft. Das Unwort ›Streik‹ ist selbst in konservativen Medien wieder sagbar geworden, die Methode hat Konjunktur. Die Art und Weise, die Motivation, die Ziele und die Akteure heutiger Streiks haben sich aber massiv verändert und vielerorts erscheint Streik zwar als gute Idee, aber immer noch nicht durchführbar.
In einer Mischung aus Einzelbeiträgen und gemeinsamer Reflexion und Diskussion lassen die AutorInnen die Geschichte des Streiks Revue passieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem aktuellen Streikgeschehen. Darüber hinaus wird versucht, aus der Veränderung des Streikgeschehens praktische Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen.

 

ISBN-13: 978-3-89771-480-9

14,80 Euro

 

Besprechung

 

Die neuen Streiks

 

Im von Torsten Bewernitz herausgegebenen Buch „Die neuen Streiks“ sind insgesamt 10 Beiträge enthalten, welche sich mit dem aktuellen Streikgeschehen vor allem in Deutschland auseinandersetzen und diese analytisch beleuchten. Zu nennen sind vor allem der Streik der „Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer“ (GDL) 2007, der Streik bei Opel 2004 und der bei Gate Gourmet 2005/06. In anschließenden Beiträgen im zweiten Teil des Buches, sowie im mit weiteren markanten Streikbeispielen illustrierten ersten Beitrag von Bewernitz selbst, „Die Zukunft des Konzepts Streik“, gibt es dann ein zusammenfassendes Resume und so manch einen Ausblick auf die Zukunft von Arbeiterkampfmaßnahmen. Eine Stärke im Buch liegt auch darin, dass Produktionsverhältnisse und Aktivitäten außerhalb der klassischen Lohnarbeit im engeren Sinne beleuchtet werden.

 

[ganze Rezension lesen]

 

Gedenkveranstaltung für das spanische Exil in Frankreich

Am 6. und 7. Februar 2009 fanden in Paris eine Reihe von Veranstaltungen unter dem Motto "Hommage an das spanische Exil" statt. Mehrere hundert Menschen gedachten dabei dem Kampf der nach Frankreich geflüchteten SpanierInnen gegen den europäischen Faschismus. Ein Höhepunkt waren die Kranzniederlegungen am Mahnmal für die im KZ Mauthausen Ermordeten sowie für die SpanierInnen, die im Kampf um die Befreiung Frankreichs vom deutschen Faschismus gefallen sind. An den Veranstaltungen nahmen auch rund 30 deutsche Anarcho-SyndikalistInnen aus zehn Städten teil.

Ein ausführlicher Artikel über die Gedenkveranstaltungen und die Demonstration findet sich hier: http://www.fau.org/artikel/art_090211-062518

 

 

Werner Portmann, Siegbert Wolf

„Ja, ich kämpfte“ - Von Revolutionsträumen, 'Luftmenschen' und Kindern des Schtetls

ISBN-10: 3-89771-452-3
ISBN-13: 978-3897714526
Ausstattung: br., 316 Seiten
Preis: 19.00 Euro

Biographien radikaler Jüdinnen und Juden

Mit einem Vorwort von Emanuel Hurwitz


In der jüdischen ArbeiterInnenbewegung engagierten sich viele junge AnarchistInnen. Sozialisiert in einem religiösen Elternhaus, gehörten sie schon bald zu den EnthusiastInnen einer revolutionären Utopie, die sich die Aufhebung von Herrschaft und gesellschaftlichen Zwängen auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Zugleich repräsentierten sie einen sozialrevolutionären Radikalismus, der mit seiner Verheißung einer Befreiung aller Juden und Jüdinnen wie auch der gesamten Menschheit durchaus Parallelen im jüdischen Glauben aufwies.

 

Besprechung

 

„Ja, ich kämpfte“ - Biographien zu Milly Witkop- Rocker, Isak Aufseher, Carl Einstein und anderen im Sammelband erschienen 

Auf ihrer Suche nach jüdischen Spuren in der weltweiten anarchistischen Bewegung führen Werner Portmann und Siegbert Wolf seit einigen Jahren so manche Persönlichkeit ans Licht einer interessierten Leserschaft. Im 2006 vorgelegten Buch „Ja, ich kämpfte“ sind es sechs gut recherchierte Kurzbiographien, darunter Künstler, Spanienkämpfer, Anarcho-SyndikalistInnen – aufschlußreiche Beiträge zur Syndikalismusforschung. Das betrifft besonders auf Isak Aufseher und Milly Witkop-Rocker zu. Zu letzterer ist bislang bis auf die Aufzeichnungen von Rudolf Rocker (“Milly Witkop-Rocker1877-1955.

[ganze Besprechung lesen]

 

Werner Portmann

Die wilden Schafe - Max und Siegfried Nacht. Zwei radikale, jüdische Existenzen.

Mit einem Vorwort von Siegbert Wolf

ISBN-13: 978-3-89771-455-7
Ausstattung: br., 176 Seiten
Preis: 14.00 Euro

Das Buch „Die wilden Schafe“ erinnert an zwei fast vergessene radikale jüdische Aktivisten und Theoretiker:
Siegfried und Max Nacht, die sich später Stephen Naft und Max Nomad nannten, gehören in der Geschichte der radikalen europäischen und amerikanisch/jüdischen ArbeiterInnenbewegung - und nicht nur dort - zu den interessantesten Figuren. Ihre Texte, teilweise unter Pseudonym geschrieben, sind Bestandteil eines radikalen, gesellschaftskritischen Diskurses geblieben, der sich gegen jede Art von Herrschaft und Totalitarismus wendet. Der Diskurs, der anhand ihrer Schriften, z.B. über Formen der ‚Direkten Aktion‘, geführt wurde und wird, findet aber ohne Kenntnis der eigentlichen Geschichte und der biographischen Hintergründe der Verfasser statt. Denn bis heute sind ihre spannenden Lebensgeschichten nicht aufgearbeitet worden. Das Buch ist ein erstmaliger Versuch, die Biographien von Max Nomad und Siegfried Nacht nachzuzeichnen. Es untersucht ihre Lebenswege, die von Buczacz, einem ostgalizischen Schtetl über Zürich, Paris und London nach New York führten und zeigt ihren praktischen und theoretischen Einfluss auf verschiedene Bewegungen.
Dabei wird dokumentiert, wie Siegfried Nacht im deutschen Sprachraum einen wesentlichen Beitrag leistete zur Bekanntmachung und Verbreitung des revolutionären Syndikalismus, inspiriert von der spanischen und französischen syndikalistischen ArbeiterInnenbewegung. Ebenso wird die damit verbundene antimilitaristische Propaganda in verschiedenen Ländern untersucht.

 

Besprechung

Biographie über Siegfried Nacht erschienen 

„Wir Syndikalisten wollen die Anarchie, doch nicht im Reiche der Philosophie, sondern auf der Erde, deshalb steigen wir von den metaphysischen Höhen des anarchistischen Himmels hinab, auf die schmutzige Erde. Und deshalb (…) suchen wir die Massen auf ein gemeinsames Ziel zu vereinigen, das ohne das Wort unbedingt zur Anarchie führen muss.“ (Siegfried Nacht)

Die Person Siegfried Nacht (1878-1956 auch „Arnold Roller“) erlangte seine Bedeutung für die internationale anarcho-syndikalistische Bewegung vor allem über zwei Schriften, „Der soziale Generalstreik“ (1905) und „Die Direkte Aktion“ (1906), welche er vor gut 100 Jahren veröffentlichte. Sie gehörten fortan zum Fundament dieser freiheitlich-emanzipatorischen Arbeiterschaft, und die Inhalte flossen in ihre späteren Programmatiken mit ein. Nacht schien damit kometenhaft auf der internationalen Bühne emporzusteigen, stieg jedoch genauso schnell wieder ab und spielte über diese Schriften hinaus keine größere Rolle mehr. Zur Bedeutung dieser Schriften, den Lebensweg und denjenigen seines jüngeren Bruders Max Nacht (1881-1973) erfahren wir jetzt mehr durch die im April 2008 beim Unrast-Verlag erschienene politische Biographie „Die wilden Schafe. Max und Siegfried Nacht. Zwei radikale jüdische Existenzen“ von Werner Portmann. Der Autor erschloss weit verstreutes Quellenmaterial zu einem knapp 150 Seiten starken Buch mit fast 1.000 Fußnoten. Diese haben es tatsächlich in sich, denn die Spurensuche ist wahrlich komplex, wie wohl bei kaum einer anderen kurzen Biographie. Die Brüder Nacht waren Nomaden in politischer wie auch in existenzieller Hinsicht.

[ganze Besprechung lesen]

 

Abel Paz

Anarchist mit Don Quichottes Idealen
Innenansichten aus der Spanischen Revolution
Eine Biographie (1936-1939)
ISBN 3-936049-97-8
300 Seiten
16 €


„Für mich hatte alles am 19. Juli gegen neun Uhr morgens begonnen, in El Clot, ganz in der Nähe des Hauses, in dem ich wohnte. Jemand schoss aus dem Glockenturm der Kirche gegenüber von meinem Haus auf die Leute, die sich in der Avenida Meridiana drängten. In der versammelten Menge befand sich ein altgedienter Aktivist von der Gewerkschaft der Fabrik- und Textilarbeiter, bewaffnet mit einer Jagdflinte. Er nahm seine Waffe und schoss mehrmals auf den Glockenturm, aber eine Antwort blieb aus. Wer hatte geschossen? Es schien ein Rätsel, denn einige Augenblicke später ging eine ganze Schar von Leuten in die Kirche, und obwohl überall gesucht wurde, fand man den Angreifer nicht.“

In „Anarchist mit Don Quichottes Idealen“ erzählt Abel Paz seine Geschichte in der libertären Revolution von 1936 – 1939, der bereits als 15-jähriger im Bürgerkrieg auf Seiten der CNT gegen die Franco-Faschisten kämpfte. Nach der Niederlage floh er 1939 nach Frankreich, kämpfte aber ab 1942 im Spanischen Untergrund weiter, bis er verhaftet und bis 1953 inhaftiert wurde. Heute lebt Abel Paz in Barcelona.
„Anarchist mit Don Quichottes Idealen“ gewährt uns nicht nur einen anderen Einblick in den spanischen Bürgerkrieg, sondern auch in die gelebte Utopie.

Neben „Feigenkakteen und Skorpione“ (1921 – 1936) ist „Reise in meine revolutionäre Vergangenheit“ (1936 – 1939) der zweite Band seiner vierbändigen Biographie, die in loser Folge im Verlag Edition AV erscheinen sollen.

 

Besprechung

„Reiner Ausdruck des Klassenkampfes“

Besprechung: Abel Paz: Anarchist mit Don Quichottes Idealen. Innenansichten aus der Spanischen Revolution. Eine Biographie (1936-1939)

Überblicke und Analysen zum Spanischen Krieg und zur Spanischen Revolution gibt es viele. Wenige sind jedoch in deutscher Sprache veröffentlicht worden von unbefangenen Beteiligten, welche dieses Anliegen mit ihren eigenen Erfahrungen koppeln. Einer davon ist George Orwell gewesen, welcher uns ein beeindruckendes Panorama über die damalige komplizierte Situation Spaniens bietet. Orwell hat den Nachteil, dass er zum einen nicht über die ganze Dauer aus eigenem Erleben berichtet und zum anderen, dass er zum großen Teil aus der Optik einer kleinen, eher unbedeutenden marxistischen Partei spricht.

Beim Verlag Edition AV ist nun der zweite Teil der Autobiographie des Spanienkämpfers Abel Paz erschienen, der in hoher Schärfe durchgängig die Innenansichten der Revolution mit Schwerpunkt auf Katalonien schildert. Der aus dem südspanischen Almeria stammende Autor siedelte als Junge nach Barcelona um, besuchte dort eine freie libertäre Schule und trat der anarcho-syndikalistischen „Confederacion nacional del trabajo“ (CNT)-Gewerkschaft wie auch der „Iberischen anarchistischen Föderation“ (FAI) bei. Am Beginn der Revolution im Juli 1936 war er 15 Jahre alt und Mitglied der libertären Jugend. Während der Kämpfe streifte er durch die Strassen um die Barrikaden herum, nahm an Treffen der anarcho-syndikalistischen Organisationen als Delegierter teil, beobachtete dabei kritisch Persönlichkeiten wie Federica Montseny, Diego Abad de Santillan oder Garcia Oliver („sprach in arrogantem Ton“).

[ganze Besprechung lesen]

 

FAU - Die ersten 30 Jahre (1977 - 2007)

Als im Jahre 2004 eine Welle von Montagsdemonstrationen gegen die sogenannte Agenda 2010 und die unsozialen Hartz-Gesetze die Republik aufrüttelte, war in den bürgerlichen Massenmedien immer wieder von einer Organisation die Rede, die angeblich »Unfrieden stiften« würde. Der Name dieser Unruhestifter lautete: FAU. Was verbirgt sich hinter diesen drei Buchstaben?

Ganz einfach eine wenig bekannte und kleine Basisgewerkschaft, deren Geschichte und Gegenwart in diesem Buch kenntnisreich und illustriert dargestellt wird: Was 1977 unter dem Namen Initiative Freie Arbeiter Union (I-FAU) als verwegenes, ja fast aussichtsloses Unterfangen begann, entwickelte sich in der Folge zur einzigen libertären Organisation in der BRD, die heute noch bundesweit aktiv ist. Dabei beziehen sich die Militanten der FAU auf die libertäre Tendenz in der internationalen Arbeiterbewegung – auf eine Tradition also, die von Anfang an in der organisierten proletarischen Bewegung rund um den Globus präsent und zeitweise sogar mehrheitsfähig war. In ihrem Eintreten für die Abschaffung von Herrschaft sowie die Überwindung kapitalistischer Ausbeutung, orientieren sich die FAU-GewerkschafterInnen am Konzept des Klassenkampfes und der alten proletarischen Losung, dass die Befreiung der ArbeiterInnen nur das Werk der ArbeiterInnen selbst sein kann.

ISBN:978-3-86841-004-4 - 14.50 EURO Weitere Infos: http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=productsMore&iProduct=1502

 

Besprechung

30 Jahre FAU im Buch 

Der Begriff „Gewerkschaft“ wird hierzulande mit dem DGB gleichgesetzt. Dabei gibt es gerade in den letzten Jahren in die Schlagzeilen geratene Vereinigungen, die nicht im DGB organisiert sind, beispielsweise die GDL, die Vereinigung Cockpit oder die Vereinigung der Vertragsfußballer. Viele ihrer Mitglieder haben erkannt, dass ihre Interessen im DGB verraten werden. Und dazu gehört wirklich nicht viel Grips. Das Problem ist nur: Es gibt nicht wirklich viele Alternativen. Der DGB ist der alles bestimmende Dachverband, nur er ist in den meisten Fällen juristisch legitimiert, in vielen Betrieben stellt er eine Art Zwangsverband für die Beschäftigten dar. Er übt oftmals bestimmenden Druck auf die Betriebsräte aus und stellt viele von ihnen. Er ist im Bewusstsein so tief verankert, dass die breite Bevölkerung unter Gewerkschaft lediglich Tarifabschlüsse, eine Versicherungsanstalt bei Streik und etwas Rechtsschutz versteht. Dasselbe gilt auch für die oben genannten Branchengewerkschaften außerhalb des DGB.

[ganze Besprechung lesen]

 

Abel Paz: Feigenkakteen und Skorpione - Eine Biographie (1921 - 1936)

 

Kind zu spielen, wenn man schon über 80 Jahre alt ist, ist nicht einfach. Und es ist noch schwerer, da ich weiß, dass ich den Spanischen Bürgerkrieg, diese so kritische, erschütternde und stürmische Periode, gut kenne. Die Zeit vor und während des Spanischen Bürgerkrieges gehört zur interessanteste der spanischen Sozialgeschichte.
Möglicherweise liegt der hauptsächliche Wert von "Feigenkakteen und Skorpione" in der Beschreibung einer Zeit und eines Ortes, die für die Menschen von heute unendlich weit entfernt sind.
In Feigenkakteen und Skorpione finden sich viele Ereignisse, die meine Jugend geprägt haben und die letztlich entscheidend für die spanische Geschichte waren: Die Proklamation der Republik, der Streik in Asturien 1934, das vorrevolutionäre Barcelona und schließlich, um nur die herausragendsten Ereignisse zu erwähnen, der 19. Juli 1936, das Datum des faschistischen Putsches und der darauf folgenden revolutionären Antwort.
Die Geschichte von libertärer Revolution und antifaschistischem Widerstand spiegelt sich im Leben des spanischen

Anarchisten Abel Paz wieder. Bereits als 15-jähriger kämpfte er im Bürgerkrieg auf der Seite der CNT gegen die Franco-Faschisten. 1939 floh er nach Frankreich, kämpfte aber ab 1942 im Spanischen Untergrund gegen das Franco-Regime, bis er verhaftet und bis 1953 inhaftiert wurde. Heute lebt Abel Paz in Barcelona.

"Feigenkakteen und Skorpione" ist der erste Band seiner vierbändigen Biographie, die in loser Folge im Verlag Edition AV erscheinen sollen.

ISBN :  978-3-936049-87-9

14 Euro

 

 

Besprechung

„…mitten auf einem revolutionären Fest“

Biographie von Abel Paz erschienen

Wer schon einmal einer überwiegend von Studierenden besuchten Veranstaltung mit dem Zeitzeugen der Spanischen Revolution, Abel Paz, beigewohnt hat, wird diese möglicherweise enttäuscht wieder verlassen haben. Eingenebelt vom eigenen Zigarrenqualm und auf einem Sessel gemütlich zurückgelehnt, lässt dieser kleine, gebrechlich erscheinende über 80-jährige Mann kaum eine Gelegenheit aus, auf Fragen zur revolutionären Geschichte Spaniens mal lakonisch, mal barsch zu reagieren. Manchmal wirkt er geradezu griesgrämig. Er weiß es und spielt mit dem Publikum, lässt es auflaufen. Die Spanische Revolution sei Vergangenheit, unwichtig für heute. Auch bei Fragen zur Gegenwart gibt er sich eher verschlossen.

[ganze Besprechung lesen]

 

 

Syndikalismusforschung präsentiert:

 

 

 

 

 

Museum zur Geschichte

der syndikalistischen Arbeiterbewegung in Deutschland

(1878 - 2008)

 

 

 

130 Jahre Klassenkampf hier

 

 

 

Holger Marcks und Matthias Seiffert (Hg.)
Die großen Streiks
Episoden aus dem Klassenkampf

Die großen Streiks umfasst eine Reihe von bedeutenden und kämpferischen Streiks des 20. Jahrhunderts, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Vom einfachen Lohnkampf bis zum Generalstreik, vom Erfolg auf ganzer Linie bis zum totalen Fiasko. Erfasst werden dabei die verschiedenen Phasen und Formen des Arbeitskampfes. Es werden die Ereignisse und Entwicklungen dargestellt, die Hintergründe erläutert und durch Porträts der ProtagonistInnen vertieft. Die geschilderten Arbeitskämpfe stehen exemplarisch entweder für bestimmte Streikformen oder die ArbeiterInnenbewegung in einer bestimmten Phase oder Region. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf den Spannungsfeldern von Basis und Gewerkschaftsführung und deren (widersprechenden) Strategien. Ein Glossar und kommentierte Literaturlisten vervollständigen das Lesebuch der internationalen HistorikerInnen aus den syndikalistischen Gewerkschaften wie FAU, IWW und CNT.

Alle AutorInnen sind entweder aktive GewerkschafterInnen (SyndikalistInnen), Angehörige der libertären Bewegung oder stehen dieser nahe. Die in den jeweiligen Beiträgen gelieferte Perspektive baut somit unmittelbar auf deren praktischen und theoretischen (Erfahrungs-)Horizont auf.

 

 

 

 

[Weitere Infos hier]

 

 

Folkert Mohrhof

Syndikalismus und Anarchismus in Hamburg vor der Revolution 1918/19

 

Der syndikalistische Streik auf dem Ozean-Dampfer 'Vaterland' 1914

Der syndikalistische Streik auf ‚Vaterland' im Jahre 1914, wurde durch den I.Weltkrieg beendet. Diese Dokumentation schildert die Ereignisse aus der Sicht der betroffenen Arbeiter auf dem HAPAG-Ozeanriesen. Die ideologische Hetzkampagne der sozialdemokratischen Zentralgewerkschaften gegen den aufkeimenden revolutionären Syndikalismus und Anarchosyndikalismus in Deutschland verdeutlicht dem damals größten Passagierdampfer der Welt, der diese Broschüre ebenso, wie die Brutalität, mit der die herrschende Klasse organisiertem Arbeiterwiderstand rücksichtslos gegenüberstand.

Das Archiv Karl Roche versteht sich als Regionales Archiv zur Dokumentation des Anarchosyndikalismus in Hamburg, das die Geschichte dieser Bewegung in Hamburg - Altona und Umgebung, dem damaligen Groß-Hamburg, dokumentieren möchte. Ziel der Archiv-Forschung soll die Aufarbeitung des geschichtlichen Anteils derjenigen Genossinnen und Genossen sein, die für den freiheitlichen Sozialismus und Anarchismus gekämpft haben. Der Verdrängung dieses Teil der radikalen Arbeiterbewegung soll entgegen gewirkt werden. Namensgeber ist der aus Königsberg stammende Hamburger Genosse Karl Roche - eine führende Persönlichkeit beim Aufbau der FAUD/S. Er verstarb am 1. Januar 1931 in Hamburg.

Download als .pdf hier 4,80MB

 

 

 

Anarcho Syndicalist Review - Winter 2008

Inhalt:
Wobbles: Economic Boom, Renting Politicians, The National Anti-Labor Board at work...
International Notes: CNT fights for recognition, Wobbly recycling workers, Polish bus drivers, Germanys Strike Bike....
Venezuela today
Workers struggles in Middle East
Immigrant New York foodstuffs workers organize industry-wide IWW campaign against 'illegal' jobs
Four Questions Concerning Privatizations
Between Christianity and the libertarian left: How wide the gap?
Anarchism & Religion
Do you really care? Pathos of a Revolutionary
A failed revolution? The experience of the French Popular Front 1936-38
Green Unionism
Reviews: Socially Responsible Unionism, Factories without bosses, Free Speech on the Job, Carlo Tresca Remembered, Jones vs. Kropotkin

http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=productsMore&iProduct=1210&sName=Anarcho-Syndicalist-Review-Winter-2008

 

 

 

Milly Witkop-Rocker, Hertha Barwich, Aimée Köster u. a.

 

Der Syndikalistische Frauenbund

ISBN-13: 978-3-89771-915-6
Ausstattung: br., 276 Seiten
Preis: 16.00 Euro

Hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Siegbert Wolf
Klassiker der Sozialrevolte Bd. 17


Als Teil der anarchosyndikalistischen Bewegung entstand ab 1920 der „Syndikalistische Frauenbund“, der in seiner Hochzeit bis zu 1.000 Frauen umfasste und von 1921 bis 1930 die Zeitung „Der Frauen-Bund“ herausgab. Die Besonderheit dieses anarchosyndikalistischen Frauenzusammenschlusses ergibt sich daraus, dass im Unterschied zur Frauenpolitik anderer Vereinigungen der ArbeiterInnenbewegung bewusst auch nicht erwerbstätige proletarische Hausfrauen und Mütter organisiert wurden. Der Schwerpunkt lag auf dem so genannten Reproduktionsbereich (Haushalt, Kindererziehung). Seine Protagonistinnen, wie z.B. Milly Witkop, die eine Prinzipienerklärung unter dem Titel „Was will der Syndikalistische Frauenbund?“ verfasste, Hertha Barwich, Geschäftsführerin der „Reichsföderation syndikalistischer Frauenbünde“ in Berlin, und Aimée Köster, Schriftleiterin der Zeitung „Die Schaffende Frau“ in Dresden, stellten wiederholt unter Beweis, dass das Private eminent politisch ist. Damit nahmen sie bereits in den 1920er Jahren eine Haltung vorweg, die von der Neuen Frauenbewegung nach 1968 wieder aufgegriffen werden sollte.

 

  

Besprechung

 

„Unsere Männer aber müssen aufgerüttelt werden…“ 

 

Texte zur Geschichte der Syndikalistischen Frauenbünde neu aufgelegt! 

 

Der Syndikalistische Frauenbund (SFB) war seit 1921 die Organisation der Hausfrauen innerhalb der syndikalistischen Gewerkschaft Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD). Er war mit seinen bis zu 1.000 Mitgliedern (Berlin: 200) Ausdruck eines separaten Organisationswillens von Syndikalistinnen im Reproduktionsbereich, da in einer traditionellen Gewerkschaft lediglich in Lohnarbeit stehende Männer und Frauen Platz fanden. Die FAUD hatte gemäß ihrer Programmatik jedoch einen umfassenden gesamtgesellschaftlichen Anspruch, so dass folglich auch die spezifischen Angelegenheiten von Hausfrauen ihren eigenen Ausdruck finden mussten. Dazu zählten in besonderem Maße die Haushaltsführung, die Kindererziehung und darüber hinaus der Kampf um die Anerkennung dieser Arbeiten als gleichberechtigte Tätigkeiten neben der klassischen Lohnarbeit. Der Einsatz ging jedoch noch weiter und verlangte zudem die generelle Gleichstellung von Frau und Mann, sowie das Recht der Frau, eigenständig über ihr Wohlbefinden entscheiden zu können. In diesen Bereich fallen beispielsweise die Stichworte: Abtreibungsparagraphen 218-220, Sexualhygiene, Koch- und Nähkurse.

 

[ganze Besprechung Lesen]

 

Oliver Steinke:

„Wo dein Platz, Genosse, ist…“

 Widerstand der KPD und anderer Gruppen aus der Arbeiterbewegung gegen die faschistische Diktatur in Deutschland 1933-1945 aus libertärer Sicht,

Syndikat A, Moers 2007

Jahrzehntelang wurde in der BRD der umfassende antifaschistische Widerstand von Arbeiterinnen und Arbeitern gegen die Nazis von 1933- 1945 weitgehend verschwiegen, lediglich ein knappes Dutzend Autobiographien von Zeitzeugen wie Clara und Paul Thalmann, Augustin Souchy oder Karl Retzlaw bedeuteten bewegende Ausnahmen. Im Osten Deutschlands hingegen wurde in dieser Hinsicht einseitig die KPD verherrlicht. Erst in den letzten zwanzig Jahren wurde mehr geforscht und wahrheitsgemäß über den Widerstand geschrieben. Aber obwohl viele dieser Aufarbeitungen engagiert und gut recherchiert sind, haben die meisten doch den Nachteil, dass sie von Historikern in einer „wissenschaftlichen“ Sprache verfasst wurden, die den meisten Menschen fremd bleibt. Deshalb will diese Broschüre in aller Kürze einen Überblick geben: Was ist geschehen? Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Warum scheiterte damals der antifaschistische Widerstand in Deutschland? „Wo dein Platz, Genosse, ist, …“ schildert auch die Untergrundtätigkeit der basisdemokratischen Gewerkschaft „Freie Arbeiter Union Deutschland“ (FAUD), bettet sie aber in einen größeren Zusammenhang ein. Dabei bilden zwangsläufig die Kommunisten der KPD als mit Abstand wichtigster und zumindest zeitweise wirkungsvollster Teil des Widerstands einen Schwerpunkt. Sie werden kritisch gewürdigt, indem weder ihre Opfer, noch ihre Verbrechen verschwiegen werden.

 

Besprechung

 

Oliver Steinke: „Wo dein Platz, Genosse, ist…“

 

Oliver Steinke, Autor mehrerer lesenswerter historischer Romane, beschreibt in dieser Broschüre den Widerstand von KPD und anderen illegalisierten Parteien während der Nazidiktatur. In gewohnt lebendiger Schreibweise präsentiert er mit vielen anschaulichen Beispielen einen kritischen Streifzug durch die Widersprüchlichkeit der Parteipolitik in Deutschland. Dabei berührt er auch ein Stückweit Exilpolitik und Spanischen Krieg und stellt besonders die Diskrepanz zwischen den widerständigen Notwendigkeiten in Deutschland und der übergeordneten Direktiven aus Moskau heraus. So hätte der im KL Buchenwald inhaftierte und 1944 ermordete KPD-Führer Ernst Thälmann von seinen GenossInnen befreit werden können, was jedoch am Unwillen der Moskauer Zentrale scheiterte. Die SPD wird als reaktionäre Partei dargestellt, welche durch ihre vielfachen militärischen Schläge gegen die revolutionären Arbeiterschaft in Deutschland dem Nazifaschismus erst den Weg bereitet hat und in den dreißiger Jahren die Listen der politischen Polizei über revolutionäre Arbeiter an die neue Papen-Regierung übergab, von wo aus sie 1933 schließlich bei den Nazis landeten. Doch hatten die Arbeiter auf eben jenen Polizeilisten ihren Kampf schon in den revolutionären Jahren 1918 bis 1920 verloren, wie der Autor es richtig und mit vielen Beispielen auf den Punkt bringt.

 

[ganze Besprechung Lesen]

 

Sébastien Faure


Die anarchistische Synthese und andere Texte


herausgegeben, bearbeitet und mit Annotationen versehen von Jochen Knoblauch

Verlag Edition AV, ISBN 3-936049-85-5, 80 Seiten, 9,80 €

„Als bleibende Feinde des Autoritätsprinzips und seiner unseligen Folgen, werden die Anarchisten nach dem revolutionären Sturm, sowie vor und während desselben sich darauf beschränken, die Masse der Arbeiter immer wieder anspornen, sowie ihre Berater und Wegweiser zu sein. Sie werden die ersten Schritte der Masse stützen und die Richtung angeben für den endgültig geöffneten Weg der freien Organisation des sozialen Lebens.“

„’Wohlstand und Freiheit’, jedem Individuum in seiner weitesten Möglichkeit gesichert, das ist das bleibende Ziel, auf welches die Anarchisten aller Zeiten ihren ganzen Willen gerichtet hatten und richten werden.“
Sébastien Faure

 

 

Besprechung

 

Als Erich Mühsam diesen Aufsatz des französischen Anarchisten Sebastien Faure (1858-1942) im „FANAL“ Ende 1928 in zwei Teilen veröffentlichte, war die Sache in Deutschland schon gegessen. Teamfähige Syndikalisten und Anarchisten standen zusammen auf der einen Seite und ärgerten sich seit Jahren mit selbsternannten Anarcho-Aristokraten herum, und die Grenze dazwischen war fest umrissen. Zu den teamfähigen Anarchisten zählten im deutschsprachigen Raum u.a. Max Nettlau und Erich Mühsam, zu den Anarcho-Aristokraten beispielsweise Ernst Friedrich, Carl Langer, Rudolf Oestreich oder Pierre Ramus. Zieht man letztere ab, so könnte der Appell Faures nach einer anarchistischen Synthese tatsächlich einladend wirken, doch zu groß war der Einfluß der aufgezählten Egomanen, welche innerhalb weniger Jahre viele Gruppen gegeneinander aufgewiegelt und gespalten hatten.

 

Doch worum geht es im Text Faures von der anarchistischen Synthese genau?

 

[Ganze Besprechung Lesen]

 

 

Helge Döhring:

Damit in Bayern Frühling werde!

Die syndikalistische Arbeiterbewegung in Südbayern von 1914 bis 1933.

Verlag Edition AV, Lich/Hessen 2007, 284 S., ISBN 978-3936049-84-8, 17 Euro

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war die aus der Sozialdemokratie hervorgegangene revolutionäre syndikalistische Arbeiterbewegung in einigen Betreiben Münchens fest verankert. Wie sie die Kriegszeit überstand, was sie mit der Revolution und der Räterepublik zu tun hatte und wie sie sich in der Weimarer Zeit in Südbayern ausbreitete, ist Gegenstand dieses Buches.


Wer waren diese syndikalistischen Arbeiter und was bewirkten sie? Anhand vielerlei Quellenmaterials führen die Spuren von München ausgehend in die alte Reichsstadt Augsburg, nach Dachau, Tagmersheim, Pappenheim, Rögling, Erding, Moosburg bis an den Chiemsee nach Trostberg. Ihre gewerkschaftlichen Aktivitäten werden hier genauso beleuchtet, wie das Engagement der Anarcho-Syndikalisten im Kulturbereich. Sie hatten vornehmlich Einfluss auf dem Gebiet der Sexualaufklärung, in der Freidenkerbewegung und in der Arbeitersängerbewegung. Dazu kamen Frauen- und Jugendorganisationen. Ihr größtes öffentlich-kulturelles Werk vollbrachten die Syndikalisten zu Ehren Gustav Landauers, welchem sie im Münchner Waldfriedhof ein Denkmal errichteten.

 

 

Besprechung 1

 

Viele Bücher sind über die Intellektuellen, über die Bohemiens geschrieben worden.Denkwürdigerweise wurden diejenigen, welche in den Betrieben für die Ideen Erich Mühsams oder Gustav Landauers eintraten, einfach vergessen. Bayern, von dem hier die Rede ist, bildete dabei keine Ausnahme. Was ist dran an der Annahme, dass sich auch in dieser Region Teile der Arbeiterbewegung nicht nur hinter Bürokratie und Wahlurne scharten? Und: Sollte es tatsächlich ArbeiterInnen gegeben haben, die Freiheit und Kommunismus nicht mit den scheinradikalen Phrasen verwechselten, die unter dem Banner von Hammer und Sichel verbreitet wurden?

 

[Ganze Besprechung Lesen]

 

Besprechung 2

 

Wer sich für die Geschichte des Anarcho-Syndikalismus interessiert, dem ist in den letzten Jahren sicherlich der Name Helge Döhring geläufig geworden. Der Bremer Anarchosyndikalist und Historiker veröffentlichte in kurzen Abständen mehrere Beiträge zur Geschichte dieser revolutionären Arbeiterbewegung in verschiedenen Regionen Deutschlands sowie zu verschiedenen Fachfragen. Neben zusammenfassenden Regionalstudien – zuletzt zum Anarcho-Syndikalismus in Ostpreußen und Baden - publizierte er 2006 ein Standartwerk zu Württemberg. Nun hat Helge Döhring eine weitere Lücke geschlossen. Soeben erschien sein Buch „Damit in Bayern Frühling werde – Die syndikalistische Arbeiterbewegung in Südbayern“. Eine grundsolide Arbeit über die anarcho-syndikalistische Arbeiterbewegung zwischen 1914 bis 1933.

 

[Ganze Besprechung Lesen]

 

Besprechung 3

Nachdem das Phänomen des Syndikalismus, seines Aufstiegs und Niedergangs, in der Geschichtsforschung lange Zeit primär auf makroökonomische Entwicklungen, insbesondere auf Anpassungsprobleme an die wirtschaftliche und soziale Modernisierung zurückgeführt wurde, werden zur Erklärung inzwischen auch die umfassenderen gesellschaftlichen und existentiellen Interessen der Arbeiter in den Blick genommen, „nach dem Aufbau der lokalen Gesellschaft […] und nach dem Raum [gefragt], den sich die Arbeiter in ihr schaffen konnten“. Als eine dezentral aufgebaute Bewegung, für deren Mitglieder die örtliche Bindung und Dimension von besonderer Bedeutung waren, verlangt nämlich gerade der Syndikalismus nach einer lokalhistorischen Untersuchung. (1) Dementsprechend haben vor allem in den letzten Jahren erschienene Studien und Aufsätze über einzelne Ortsgruppe der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) Ursprünge und Entwicklung des deutschen Syndikalismus weiter erhellt und zusätzliche Einsichten bezüglich dessen ideologischer Basis, Organisationssoziologie und sozialer Struktur erbracht.

[Ganze Besprechung Lesen]

 

 

Hrsg.: Militante Syndikalisten/Syndikalismus.tk

 

"Nationalrevolutionäre" - Fahrt zur Hölle!

 

Wie Neonazis einen "nationalen Syndikalismus" herbeifälschen

In den letzten Jahren hat ein kleiner Flügel nationalrevolutionärer Neonazis begonnen, an Stelle national-bolschewistischer oder kommunistischer Texte Theoretiker des Anarchismus/Syndikalismus wie Rudolf Rocker oder Erich Mühsam in die rechtsextreme Debatte einzubeziehen. Dabei werden die ursprünglichen Texte der Anarchosyndikalisten teilweise umgeschrieben und mit nationalistischen Inhalten verfälscht. Die Broschüre zeigt neben weiteren Texten an Hand einiger Beispiele auf, wie dieser Rückgriff auf syndikalistische Texte funktioniert und stellt die Originale den nationalistischen Verfälschungen gegenüber. Sehr interessant und lesenswert!

 

http://www.anarchia-versand.net

Download als .pdf hier

 

 

A.G. Amsterdam/FAU Bremen

 

Notes from the Class Struggle

Small Group workplace Organizing in present-day Germany and the Netherlands

2007, 34 Seiten

Groundless firings, withheld wages, bad working conditions-these and other abuses are certainly nothing new. The large mainstream unions are often unwilling to fight and are losing members and influence as a result. For those employed in precarious positions, whether as immigrant or flexibilized labor, the state often offers little or no protection. How can we defend ourselves against the power of the bosses?
This pamphlet aims to show what small groups and unions can achieve in workplace disputes. These examples and analyses of successful small-scale actions should prove instructive to workers in a variety of fields from a variety of backgrounds, whether they are in the transport or manufacturing sector, students or illegal immigrants, or are employed in another branch of industry. The articles collected here show that through creativity, organization and fighting spirit small groups of workers and activists are more than able to hold their own against the bosses.
With exampels from Amsterdam, Berlin, Bremen, Hannover u.a.

Download als .pdf hier

 

FAU Bremen

 

Syndikalismus und Räterevolution in Bremen 1918/19

Mit einem Streifzug über die Gedenkfeierlichkeiten auf dem "Waller Friedhof" bis heute

 

Mit diesem Heftchen wollen wir die Geschichte des Gedenkens aus Sicht derer aufzeigen, die seit über 8 Jahrzehnten im Schatten offizieller Gedenkpolitik standen. Diese macht sich bis heute an klassenfriedlichen Organisationen fest, was besonders an der Denkmalerrichtung veranschaulicht werden kann. Aber wir konnten auch für unsere Bewegung eine Kontinuitätslinie wiederentdecken ausgehend von der Beteiligung von Syndikalisten der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) an den Kämpfen, über das Gedenken unserer anarcho-syndikalistischen KameradInnen in den Zwanziger Jahren auf dem Waller Friedhof bis zum Wiederkehren der jährlichen Gedenken der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU) in unserer Zeit.

 

 

Download als .pdf hier

 

Besprechung

 

Zwei Broschüren zur Geschichte der FAUD in Bremen und Baden 

In den letzten Jahren hat sich die FAU Bremen zu einer wahren Produktionsschmiede für regionalgeschichtliche Studien und Untersuchungen der gewerkschaftlichen Praxis der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) entwickelt. Mit „Syndikalismus und Räterevolution in Bremen 1918/19“ und „Zur Geschichte der syndikalistischen Arbeiterbewegung in Baden“ liegen nun zwei weitere Veröffentlichen aus der Hansestadt vor.  

Evolution statt Putschismus

In der ersten, sehr gelungenen Broschüre befasst sich der Historiker Helge Döhring mit der Rolle der SyndikalistInnen in der Bremer Räterevolution von November 1918 bis Februar 1919. Die Bremer SyndikalistInnen standen, wie im Übrigen auch ihre GenossInnen bei ähnlichen Versuchen in anderen Teilen des Reiches, der Räterepublik skeptisch gegenüber. Sie setzten nicht wie die KommunistInnen auf gewaltsame Kraftakte einer revolutionären Minderheit, sondern auf die Gewinnung der Massen, auf die bewusste Aktion, die Ausrufung des Generalstreiks. Dennoch standen sie nicht abseits und gewannen so an Einfluss unter den ArbeiterInnen. Die Bremer KPD sah sich deshalb dazu gezwungen, in ihrer Zeitung gegen sie zu agitieren und den syndikalistischen Flügel 1919 aus der Partei zu drängen. Während der Niederschlagung der Räterepublik waren syndikalistische GenossInnen aktiv an ihrer Verteidigung beteiligt. Unter den 29 im Gefecht gegen Freikorpstruppen getöten Rätekämpfern befanden sich zwei Syndikalisten. Im zweiten Teil der Broschüre wenden sich die Herausgeber den alljährlichen Gedenkfeierlichkeiten der syndikalistischen Bewegung am Denkmal für die Gefallenen der Räterepublik zu, die seit 2000 wieder im Schatten der parteioffiziellen stattfinden.

[ganze Besprechung lesen]

 

          

R