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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 16.02.2009
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Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit - Nr. 18 - Vorwort Wenn auch im nach 5 Jahren mal wieder erschienenen stets lesenswerten „Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit“ (AGWA) diesmal, mit Ausnahme einiger Buchbesprechungen, nicht viel zu speziell syndikalistischer Thematik zu finden ist, so ist doch das Vorwort, besser gesagt der letzte Abschnitt äußerst interessant als Kritik am kapitalistischen Wissenschaftsbetrieb und ähnelt damit den Auffassungen einer unabhängigen, tatsächlich freien und damit unbefangenen Syndikalismusforschung im Sinne der arbeitenden Klasse, wie wir sie hier präsentieren wollen. Nun folgen noch die Angaben zum AGWA, und dann kommt das Vorwort zum Genießen: „Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit“, Nr. 18, ISBN 978-3-88663-418-7, 24 Euro, 787 Seiten, zu bestellen auch über Syndikat-A AGWA Vorwort (…) Bereits vor Drucklegung des ersten Heftes hatte einer, der von oben kam und in den Wirren nach 1968 mit den Unwilligen von unten so etwas wie eine von diesen jedoch nicht erbetene Revolution arrangieren wollte und im Rahmen der üblichen akademischen Karriere in der Zwischenzeit längst wieder oben angekommen ist, das ARCHIV als akademisch nicht ein- und abgesegnetes Projekt zum Tode verurteilt. Ob der Weg nach oben allen Totsagern, die sich neuerdings wieder einmal in der Gerüchteküche herumtreiben, geebnet ist, mag der Himmel über Berlin oder wer auch immer wissen. Das ARCHIV ist zudem nie mit dem Anspruch aufgetreten und wird dies auch in Zukunft nicht tun, eine Zeitschrift irgendwelcher linker Akademischer Milieus sein zu wollen oder gar als deren Publikationsorgan zu firmieren; der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, den zu erfüllen so manche(r) deutsche(r) Akademier(in), wie die Redaktion sowohl zu ihrem Erschrecken als auch zu ihrer Belustigung im Laufe der Jahre immer wieder erfahren durfte, nicht in der Lage ist, genügt vollkommen. Im Hinblick auf akademische publish-or-perish-Strategien zwecks Anbandelung oder Fortführung akademischer Karrieren ist auf die ARCHIV-Redaktion grundsätzlich kein Verlaß. In den mittlerweile bloß noch marginalen linken akademischen Milieus hat sich allerorten längst eine spezifisch ideologische Form des zur Genüge bekannten Fachidiotentums durchgesetzt; in den Maße, in dem Marxismus und Arbeiterbewegung in den Kanon akademischer Gelehrsamkeit aufgenommen worden sind, wurde auch im linksakademischen Milieu die Ansammlung positiven Wissens in bürgerlicher Manier zum Maßstab jeglichen individuellen akademischen Fortschritts, nicht kritische Reflexion, insbesondere nicht die des widersprüchlichen Verhältnisses der eigenen Kopfarbeit zur Arbeitswelt jenseits des erodierenden akademischen Elfenbeinturms, jenes Verhältnisses also, das revolutionär zu sprengen doch einst ein Anspruch der so progressiven linken Intelligenz war. Kritisches Denken verkommt in den geschlossenen akademischen Anstalten längst schon zu institutionell eingebundenen und in rituellen Veranstaltungen abgerufenen und inszenierten ideologischen Weltbildern, deren eigentlicher Sinn, zusammen mit der Rekrutierung eines linientreuen Nachwuchses, in der Absicherung des prekär gewordenen eigenen Status liegt, über dessen fraglose Annehmlichkeiten sich zweifellos schon jene im klaren waren, die in den Jahren der mittlerweile allenfalls noch nostalgisch beäugten Revolte mit der Parole ‚Sei schlau, bleib’ im Überbau’, hausieren gingen. Der akademische Betrieb mit seinen Abhängigkeiten, Unterwürfigkeiten und koketten Eitelkeiten auf intelligent organisiertem Niveau ist und bleibt eingebunden in ein Geflecht originär bürgerlicher Institutionen, die durch Eroberung oder Übernahme der ein oder anderen Planstelle genauso wenig revolutionär zu transzendieren sind wie der bürgerliche Staatsapparat insgesamt durch Einbindung staatssozialistisch orientierter Politiker. Auch linke Akademiker bleiben, unabhängig davon, ob sie sich auf welchem Niveau auch immer mit Themen aus der Geschichte der Linken bzw. der Arbeiterbewegung im weitesten Sinne beschäftigen, nichts anderes als akademische Facharbeiter in einem mittlerweile gemäß den Regeln bürgerlicher Ökonomie organisierten und strukturierten Betrieb, in dem sie ihren Geist zu Markte tragen und die Resultate ihrer Tauschgeschäfte in Druckform präsentieren müssen. Der diesem systemkonformen Ausverkauf des linksakademischen Geistes immanente Zwang zur permanenten Neu- und Selbstfindung eines sich selbst allzu gerne als nonkonformistisch definierenden Intellektuellen, der sich dem eigenen Rollenverständnis zufolge zugleich und permanent in Beziehung zu immer neuen sozialen Bewegungen zu setzen gezwungen sieht, lässt die vormals hoch gehaltenen Anknüpfungen an das mit der klassischen Arbeiterbewegung verbundene Projekt einer mit sozialer Emanzipation einhergehenden Zerschlagung des Kapitalverhältnisses zunehmend erodieren. Vergessen wird im Zuge dieser permanent sich neu erfindenden und trotzdem über einen akademischen Autismus nicht hinausreichenden identitätsstiftenden Rollenzuschreibungen auch allzu gerne, dass die deutsche Linke im vergangenen Jahrhundert neben vielen anderen bitteren Erfahrungen in zwei wegweisenden historischen Situationen entscheidend versagt hat. Zum einen hat die vielfach gespaltene klassische Arbeiterbewegung den Aufstieg und die Machtübernahme der Nationalsozialisten nicht nur nicht verhindern können, es haben sich gar nicht wenige aus ihrem Milieu dem nationalen Projekt mit allen seinen Folgen auch freiwillig andienen wollen oder tatsächlich angedient; dieses nationale Projekt wurde zudem bis weit in die sechziger Jahre hinein nicht nur von der politischen Rechten, sondern gerade auch von den Linken, die ihrem Glauben an die Mission einer längst nicht mehr unschuldigen Arbeiterklasse nicht lassen konnte oder wollte, beredt beschwiegen. Zum anderen hat die seit den frühen sechziger Jahren sich herauskristallisierende Neue Linke, die ihren Pakt mit dem Forschritt nicht nur wissenschaftlich zu untermauern, sondern zumindest zeitweise auch recht vorteilhaft akademisch zu positionieren wusste, den Aufstieg des Neoliberalismus zwar noch kommentieren, aber nicht abwehren können. Im Gegenteil: Die ihrem Milieu entstammende rotgrüne Regierung hat das neoliberale Projekt mit seiner gezielten asozialen Verarmungspolitik nicht nur mitgestaltet und schließlich forciert, sondern zuletzt noch mit einem Zwangsarbeitsprogramm gekrönt, wobei die zur Zwangsarbeit Verpflichteten heutzutage nicht mehr in Lagern konzentriert werden müssen, sondern dank des technologischen Fortschritts virtuell verwaltet werden können. Im Vergleich mit diesem für manch einen erfolgreichen Versagen war und bleibt es ein Armutszeugnis minderer Güte, dass die zweifellos zahlreichen mehr oder minder linken Historiker(innen), die seit 1968 aus den diversen bundesdeutschen akademischen Anstalten entlassen wurden oder gar in diesen verbleiben konnten, es nie geschafft oder auch nur in Angriff genommen haben, eine anspruchsvolle linke historische Zeitschrift als Publikationsorgan ihrer akademischen Forschung ins Leben zu rufen. Als die ursprünglich aus politischen Zusammenhängen hervorgegangene Zeitschrift ‚1999’ unter dem Titel ‚Sozial-Geschichte’ versuchte, sich durch Bildung zahlreicher ‚Themenredaktionen’, in denen sich illustre Professor(in)entitel versammelten, einen seriösen akademischen Anstrich zu geben, war das Ende dieses Unternehmens vorherzusehen, das nach einigen Jahren auch prompt verkündet wurde. Als wissenschaftliches Projekt bleibt das ARCHIV auch in Zukunft seiner Unzuverlässigkeit im Hinblick auf akademische Funktionalität treu. Aus: AGWA, Nr. 18, Vorwort, Seite 21/22 Inhalt: Zu diesem
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